Leberkäse im Test: Kennzeichnung der Herkunft teilweise "schwammig"

Leberkäse im Test: Qualität gut, Herkunftskennzeichnung verbesserungswürdig
Leberkäse im Test: Qualität gut, Herkunftskennzeichnung verbesserungswürdig ©Thomas Preiss
Die Qualität ist gut, aber die Kennzeichnung der Herkunft ist verbesserungswürdig. Gesetzlich gebe es bei der Deklaration "akuten Nachholbedarf". Das hat ein Test von 33-Leberkäse-Proben nun ergeben.

33 Leberkäse-Proben hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) in Kooperation mit der AMA Marketing auf Qualität, Geschmack und Kennzeichnung geprüft. Das Ergebnis: Erfreulich ist die durchwegs gute Qualität, als verbesserungswürdig wird die Herkunftsdeklaration außerhalb des AMA-Gütesiegel-Programmes bezeichnet.

Gute Leberkäse-Qualität

Unter den 33 untersuchten Leberkäse-Proben waren elf, die nach den Kriterien des AMA-Gütesiegels produziert wurden und zwei nach jenen des AMA-Biosiegels. Vier stammten von Betrieben, die mit dem AMA-Handwerksiegel zertifiziert sind, und 15 Proben wiesen keine behördlichen Kennzeichen auf, vier davon stammten aus Bayern.

Die AMA-Gütesiegel-Richtlinien sind in der Regel noch strenger als jene des österreichischen Lebensmittelcodex. Sie schreiben etwa einen gegenüber dem Codex um 10% reduzierten Kollagenwert vor. Dieser Wert ist ein zentraler Indikator für Qualität beim Leberkäse und beschreibt den Bindegewebsanteil. Je niedriger er ist, desto mehr wertvolles Muskelfleisch kommt zum Einsatz. Aus den Ergebnissen der VKI-Untersuchung geht hervor, dass Leberkäse mit dem AMA-Gütesiegel beziehungsweise AMA-Handwerksiegel neben Putenleberkäse die niedrigsten Kollagenwerte aufwiesen.

Der traditionelle Leberkäse

AMA-Lizenznehmer dürfen ihren Fleischerzeugnissen grundsätzlich keine technologisch wirkenden Stoffe zur Wasserbindung zugeben, wie Carrageen oder Johannesbrotkernmehl. Weiters sind Herzmuskulatur und Separatorenfleisch – also maschinell vom Knochen abgelöstes Fleisch – tabu. Ein Spezifikum von österreichischem Leberkäse ist seine traditionelle Zusammensetzung: Neben Schweinefleisch ist Rindfleisch nach wie vor wichtiger Bestandteil der Rezeptur. “All diese Merkmale machen das Besondere von heimischem Leberkäse aus”, erklärt Martin Greßl, Leiter des AMA-Qualitätsmanagements.

“Akute Nachholbedarf” bei Kennzeichnung

Greßl ortet bei der gesetzlichen Herkunftskennzeichnung akuten Nachholbedarf. “Wenn auf Leberkäse ‘Qualität aus Österreich’ draufsteht oder rot-weiß-rote Fahnen auf der Verpackung abgebildet sind, erwarten sich die Konsumenten, dass nicht nur die Produktion hier erfolgt, sondern auch die Rohstoffe aus dem Inland stammen. Das AMA-Gütesiegel garantiert beides. Bei vielen anderen Logos und Verpackungsdesigns bleibt die Herkunft der Rohstoffe offen”, so der Qualitätsmanager. Er erwartet sich deutliche Verbesserungen aufgrund der demnächst in Kraft tretenden EU-weit verpflichtenden Herkunftskennzeichnung.

Das rot-weiß-rote AMA-Gütesiegel garantiert bei Fleisch und Fleischerzeugnissen, dass die Tiere in Österreich geboren wurden und ihr gesamtes Leben hier verbracht haben sowie im Inland geschlachtet, zerlegt und verarbeitet wurden. Abgesichert wird dies durch die umfassenden Kennzeichnungssysteme “bos” und “sus”.

Das neue AMA-Biosiegel

Die neue AMA-Biosiegel-Richtlinie ist seit einem halben Jahr in Kraft und wurde mit Qualitätskriterien aufgeladen. Viele Kriterien des AMA-Gütesiegels gelten nun auch für Produkte mit dem Biosiegel. “Der VKI-Test bestätigt, dass wir mit der Qualitätsausrichtung bei Biolebensmitteln einen wichtigen und notwendigen Schritt gesetzt haben”, kommentiert Greßl die Ergebnisse.

(APA)

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