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Lebenslang für fünffachen Kindesmord

Für die Staatsanwältin gibt es für den Mord der 37-jährigen Yates an ihren fünf Kindern keine Entschuldigung. Sie muss nun für den Rest ihres Lebens ins Gefängnis.

„Es handelt sich hier um ein Verbrechen des ultimativen Betrugs – des ultimativen Betrugs einer Mutter an ihren Kindern, die nie eine Chance hatten.“ Für Staatsanwältin Kaylynn Williford gibt es für den Mord der 37-jährigen Andrea Yates an ihren fünf Kindern absolut keine Entschuldigung. Gleichwohl entschieden die Geschworenen in Houston am Freitagabend, die schwer depressive Frau nicht zur Hinrichtung per Giftspritze zu verurteilen. Sie muss jedoch den Rest ihres Lebens – mindestens 40 Jahre – im Gefängnis verbringen.

Der Fall hat in Texas und darüber hinaus eine heftige Debatte über die Frage ausgelöst, inwieweit psychische Erkrankungen bei der Festsetzung des Strafmaßes wegen Mordes berücksichtigt werden sollten. Das Gericht hatte zu erwägen, ob die Mutter, die ihre fünf Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und sieben Jahren in der Badewanne ertränkte, auch weiterhin eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen könnte. Die Geschworenen kamen bereits nach 35 Minuten intensiver Beratungen einstimmig zu dem Schluss, dass dies nicht der Fall sei. Andernfalls wäre der 37-Jährigen die Todesstrafe nicht erspart geblieben.

Die Staatsanwaltschaft akzeptierte die Entscheidung, auch wenn Anklägerin Williford ihre Vorbehalte deutlich machte: „Jeder versucht hier, die Angelegenheit zu einem Präzedenzfall für Frauenrechte oder gegen die Todesstrafe zu machen. Aber mir geht es darum, dass fünf Kinder getötet wurden. Diese Kinder wollten nicht sterben, und das sollte man nicht einfach vergessen. Auch wer psychisch krank ist, ist durchaus in der Lage, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden.“

Ehemann sieht Verurteilte als Opfer

Dies allerdings stand im Fall Yates auf dem Prüfstand. Die Angeklagte selbst hatte sich wegen geistiger Unzurechnungsfähigkeit für nicht schuldig bekannt. Ihr Mann Russell bekräftigte dies auch nach der Urteilsverkündung. Andrea sei ein Opfer der Medizin und der Justiz, deshalb hätte man sie niemals des Mordes schuldig sprechen dürfen. So hatte auch Verteidiger Wendell Odom argumentiert:
Letztlich habe Andrea Yates ihre Kinder getötet, weil sie sie geliebt habe.

Russell Yates warf den Ärzten vor, ihre Depressionen nicht richtig behandelt und auch nicht erkannt zu haben, dass sie eine Gefahr für ihre Kinder darstellen könnte. Während des Prozesses war der Ehemann allerdings auch selbst ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Er habe seine völlig überforderte Frau nicht genügend unterstützt, hieß es.

Wäre Andrea Yates als geisteskrank beurteilt worden, wäre sie vermutlich nicht im Gefängnis, sondern in einer geschlossenen Heilanstalt gelandet. Die Geschworenen bescheinigten ihr jedoch, für ihre Taten durchaus verantwortlich zu sein, auch wenn ihr Gesundheitszustand mildernde Umstände für das Strafmaß rechtfertige. Für Joe Lovelace von der Interessenvertretung geistig Behinderter könnte dies für künftige Prozesse von entscheidender Bedeutung sein, wenn es darum geht, sich für oder gegen die Todesstrafe zu entscheiden.

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