Lauter Auftakt des Waves Vienna Festival in Wien

Bis zum 6. Oktober läuft das Waves Vienna Festival.
Bis zum 6. Oktober läuft das Waves Vienna Festival. ©Simone Eilmsteiner
Bis Sonntag dauert das Waves Festival Vienna, das am Donnerstagabend seinen lauten Auftakt feierte. Insgesamt treten 100 Acts in 16 Locations auf.
Einige Bands haben abgesagt
Hier wird 2013 gefeiert
Programm-Highlights

Auf ein offiziöses Auftaktevent wurde beim Waves Vienna dieses Mal verzichtet, man musste sich selbst für eines entscheiden. Früh los ging es zum Beispiel im Odeon – also kein klassischer Club, sondern eher ein theatraler Rahmen im Hauptsaal der einstigen Produktenbörse. Zum Einstimmen machte sich dort Marc Rigelsford aka Magic Arm ans Werk. Der Klangtüftler aus Manchester wurde gelegentlich von einem Drummer unterstützt, der gelegentlich auch Klarinette spielte. Das musikalische Spektrum war ähnlich breit wie jenes des Festivals insgesamt: Es reichte von Gitarrenpop bis hin zu elektronischeren Klängen.

Ihm folgte die schwedische Sängerin und Pianistin Frida Hyvönen, die zunächst durch ihr Kleid auffiel – das entfernt an einen Fallschirm erinnerte, und zwar an einen wirklich bunten. Ebenfalls ungewöhnlich: Zwischen den einzelnen Songs biss sie genussvoll in einen Apfel. Konterkariert wurde der quasi humoristische Auftritt durch ernste, melancholische Lieder. Ein Gig wie geschaffen für die wundervolle Säulenhalle im Odeon.

Au Revoir Simone beim Waves Vienna

Wer diesem treu blieb, konnte dort den Abend noch mit Au Revoir Simone verbringen, eine Band hinter der sich – anders als der Name suggerieren könnte – drei New Yorkerinnen verbergen. Sie gehören dem Vernehmen nach zur Lieblingsband von David Lynch und hatten ihr neues Album “Move In Spectrums” mit über den großen Teich genommen. Die Musik von Au Revoir Simone lässt sich am besten beschreiben mit: Bonjour Synthesizer. Das zahlreich erschienene Publikum wurde mit lupenreinen Retro-Beats bedacht, den Rest besorgten Keyboards und die drei Damen mit ihrem exaltierten Gesang.

Fröhliches und lautes Konzert im Flex

Dass unmittelbar anschließend CSS, eine ebenfalls (fast, es gibt einen Schlagzeuger) nur aus jungen Frauen bestehende Band die Bühne enterten, war vom Timing nicht schlecht – im Prinzip. Dass sie dies im Flex taten, bedeutete jedoch: Sich vorzeitig aus dem Odeon verabschieden oder verspätet ins Flex kommen. Wer es rechtzeitig schaffte, erlebte eines fröhlichsten und lautesten Konzerte des ersten Wave-Abends.

“We are CSS from the internet”, begrüßte Sängern Luise das Publikum. Spätestens nach der ziemlich zu Beginn des Gigs servierten Nummer “Move” tat dieses wie ihm geheißen. Eindeutiges Highlight: Das mit Hingabe dargebotene “Let’s Make Love And Listen To Death From Above” vom 2005 erschienenen Debütalbum “Cansei De Ser Sexy”. Abgekürzt (CSS) ist dies zugleich der Bandname. Die deutsche Übersetzung lautet: “keine Lust mehr, sexy zu sein”. Lust auf tanzbaren Punkrock hatten die Frauen aus Sao Paulo bei ihrem – bereits zweiten – Gastspiel im Flex aber auf jeden Fall. Und der schwarz-güldene Umhang der Lead-Sängerin hätte auch Frida Hyvönen gefallen.

Programm am ersten Festival-Abend

Wer sein persönliches Programm-Puzzle anders zusammengesetzt hatte, konnte stattdessen zum Beispiel einem vom Ink-Label gehosteten Abend im Fluc beiwohnen. Die heimische Combo Velojet gastierte dort mit dem neuen Album “Panorama” – “ihrem Sgt. Pepper”, wie es vielversprechend in einer Ink-Aussendung hieß. Anschließend wurde vom englischen Producer Nathan Fake Tanzbares serviert. Auch eine Möglichkeit: Im Flex-Cafe waren die US-Noise-Enthusiasten Japanther im Einsatz, wenn auch leider mit einer zeitlichen Überschneidung zum unmittelbar daneben stattfindenden CSS-Konzert.

Bis Sonntag wird in Wien gefeiert

Das große Wave-Angebot lädt noch bis in die Nacht auf Sonntag zum sich treiben lassen bzw. sich ein bisschen stressen. Auch warm anziehen schadet nicht, es gibt sogar Open-Air-Gigs. Belohnt wird das Wellenreiten mit unterschiedlichsten Live Acts aus der Alternative-, Pop- bzw. Elektrowelt. Mit dabei sind in den nächsten Tagen unter anderem noch: Die dänische Punk-Combo Iceage, Mum aus Island, die Ringo Jets aus der Türkei, Slut aus Deutschland oder der irische Elektronik-Musiker Jack Colleran (alias Mmoths).

Zahlreich vertreten sind aber auch heuer wieder die rot-weiß-roten Beiträge: Namentlich seien Fuckhead, Kreisky, Attwenger, The Beth Edges, I-Wolf and The Chainreactions oder Mika Vember genannt. Am  Samstag schwappt das Waves nach Bratislava. Gespielt wird an insgesamt sieben Locations. Zwischen Wien und Bratislava werden Shuttle-Busse verkehren.

Die Veranstalter freuen sich unterdessen über regen Zuspruch. Für die Konferenz liegen inzwischen 800 Akkreditierungen vor, ein Drittel mehr als im Vorjahr, wie eine Sprecherin der APA am Freitag berichtete. Auch der Besucherzuspruch zu den Konzerten dürfte rund 20 Prozent über jenem des Auftaktabends 2012 gelegen sein, hieß es. (APA)

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