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Ländle-Wiesenmeister lösten Gewinn ein

Die Bäuerin Marlene Feurstein aus Bildstein stand bei der 1. Wiesenmeisterschaft 2002 – mit elf anderen - auf dem Podest. Nun lösten sie ihren Gewinn ein.

Die Sonne brennt sengend auf den Nordhang der kleinen Ortschaft Sent im Unterengadin. Doch die Hitze kann der Freude der Sieger in der ersten Vorarlberger Wiesenmeisterschaft vom vergangenen Jahr keinen Abbruch tun. Die Bauernfamilien sind das Arbeiten in der „Werkstatt unter freiem Himmel“ gewohnt, hier lernen sie nun Wiesen in Graubünden aus den verschiedensten Blickwinkeln kennen. Die zweitägige Fach-Exkursion war der „Gewinn“ aus dem ersten Bewerb, den der Vorarlberger Naturschutzrat gemeinsam mit „Grünes Vorarlberg“ initiiert hat. Während ihrer Abwesenheit ist der Betriebshelferdienst auf den Höfen eingesprungen.

Kleine im Rampenlicht

Rund ein Fünftel der zehn Hektar Nutzfläche bewirtschaftet Marlene Feurstein extensiv; die Goldhaferwiese wird nun zweimal gemäht, dafür kommen Flatterbinse und Sumpfvergissmeinnicht nahezu störungsfrei auf. „Schon der Vater hat das so gemacht; die Futtergrundlage für unsere vier bis sechs Kühe reicht aus. Es kann nicht nur Große geben, uns Kleine braucht es genauso“.

Anton Fink aus Egg sieht es ähnlich. Er mäht seine 1,6 Hektar Magerwiese mit der Sense und dies nur einmal pro Vegetationsperiode. Einen großen Teil der „Ernte“ verwendet er als Einstreu im Stall für die vier Kühe. Dass er für seine unbedankte Arbeit plötzlich „Wiesenmeister“ wurde, sei in der Umgebung mit Verwunderung registriert worden. „Plötzlich fragten die Leute, wo diese Wiese denn ist….“

Es geht weiter: Auszeichnung Ende September

Die Vorarlberger Wiesenmeisterschaft, schon nach einem Jahr europaweit „Vorbild“, geht heuer weiter: „Der Erntedank an die Natur und die Erhalter der Lebensqualität soll zur Tradition werden“, so Landesrat Erich Schwärzler, der sich über den Impuls durch den Vorarlberger Naturschutzrat unter Vorsitz von Univ.-Prof. Dr. Georg Grabherr und der „VN“-Initiative „Grünes Vorarlberg“ freut. Durchgefüht wird der Bewerb von der Umweltschutzabteilung des Landes in Kooperation mit dem Umweltbüro Grabher in Hard. Heuer haben sich an der Wiesenmeisterschaft 44 Landwirte beteiligt. Mag. Ingrid Loacker, Markus Grabher (Umweltbüro) und Dipl.-Ing.Max Albrecht (Land) haben die Wiesen bereits bewertet und eine Vorauswahl getroffen. Die Fachjury mit Prof. Grabherr, Prof. Dr. Walter Dietl (Schweiz), Anna Marie Moosbrugger (Bäuerliches Schul- und Bildungszentrum) sowie Ernst Bickel (Naturschutzrat) wird am 28. August die Sieger in den verschiedenen Kategorien fixieren. Die Auszeichnungsveranstaltung erfolgt am 25. September im Landhaus in Bregenz.

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