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Ländle-Architektur lässt aufmerken

Innovativ, kompromisslos modern - Vorarlberger Architektur macht in Paris auf der Architektur-Schau Furore. Für LH Sausgruber auch ein Resultat der Baukunstförderung.

Dass Baukunst made im Ländle längst einen internationalen Ruf genießt, offenbart nun eine Ausstellung in Paris. “Konstruktive Provokation – Neues Bauen in Vorarlberg” zeigt das französische Architekturinsitut noch bis Herbst in der Seine-Metropole. Da die heimische Architektur von der Presse gefeiert wird, sieht Landeshauptmann Sausgruber seinen Weg bestätigt: “Innovation und Mut zahlen sich aus – die Unterstützung Vorarlberger Baukultur trägt Früchte.”

Die größte französische Architekturzeitschrift, “d’A”, widmete der Ländle-Ausstellung in Paris eine 25 Seiten lange Titelgeschichte und spricht im Editorial vom “Paradies der Architekten”. Der “Gouverneur” dieser Bauoase jenseits des Rheins, “ein alter Konservativer”, fördere und unterstütze die innovativsten Architekten des Landes.

Was sagt dieser “alte Konservative”, landläufig als Landeshauptmann Herbert Sausgruber betitelt, zu dieser Unterstellung? “Ich engagiere mich in diesem Qualitätsnetzwerk, weil damit attraktive Lebensräume geschaffen werden.” Sausgruber verhehlt indes nicht, dass sich auf diesem Weg das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden lasse: “Natürlich schafft die innovative Architektur auch zukunftsorientierte Arbeitsplätze – der Gewinn für die heimische Wertschöpfung ist enorm.”

Touristisches Highlight

Den wirtschaftlichen Gesichtspunkt hebt auch “Die Presse” hervor: “Das Bekenntnis zur modernen Architektur macht sich für Vorarlberg neuerdings auch touristisch bezahlt – ein jährlicher Umsatz von rund zwei Millionen Euro durch Architekturtouristen ist ein durchaus erfreuliches Signal.”

Im auflagenstarken Magazin “News” wundert man sich ob der alemannischen Offenheit für architektonische Experimente: “Im westlichsten Bundesland wird bereits jedes dritte Haus vom Architekten geplant – im restlichen Österreich ist es nur jedes Zwanzigste.” Als “absolutes Highlight der Vorarlberger Bauschule” werden ebenda die “kreativen Holzbauten” gepriesen. Die heimische Architekturelite habe aus der Holzbau-Tradition ein eigenes Markenzeichen für die Region geschaffen.

“Der Standard” unterstreicht den Design-Fetischismus im Ländle: “Egal ob Bushaltestelle, Feuerwehr- oder Einfamilienhaus – was vier Wände hat, wird in Vorarlberg gestaltet.” Die Wiener Wochenzeitung “Falter” spricht gar von einem “Architektur-Mekka” am Bodensee.

“Phänomen Vorarlberg”

Ausländische Qualitätszeitungen kamen bereits vor der Pariser Schau auf den Geschmack Vorarlberger Baukultur. Die “Neue Zürcher Zeitung” legte den “Fokus der zeitgenössischen Baukunst” schon Ende der neunziger Jahre nach Vorarlberg und freute sich, dass sich die “kleinen Meisterwerke” im Ländle nicht verstecken: “Man muss sie nicht wie anderswo erst mit der Lupe suchen.” Auch das Aushängeschild der deutschen Qualitätspresse, die “Frankfurter Allgemeine Zeitung”, blickte schon neidisch über die Grenzen: “Österreich hat’s gut – die blühende Baukultur im Ländle”, titelte die FAZ im Frühling 2000.

In der “Süddeutschen Zeitung” wurde das “Phänomen Vorarlberg” vergangenes Jahr auf Grund seiner innovativen Architektur als “weltoffene Provinz” bezeichnet. Dass die Vorarlberger Baukultur zum Exportschlager wurde, ist laut SZ auch ein Ergebnis der liberalen Bauordnung der Region: “Einen Nährboden für den Boom des guten Geschmacks bildet das unkomplizierte und übersichtliche Baugesetz.”

“Praxis der lokalen Demokratie”

Wie konnte diese Architekturoase zwischen Arlberg und Bodensee entstehen? Schlussendlich drehen sich alle Medienberichte zur Vorarlberger Baukultur um die Beantwortung dieser Frage. Das bereits zitierte Branchenmagazin “d’A” löste die Aufgabe für sich wie folgt: “Es handelt sich mehr um einen Vorschlag für eine politische Ethik, den uns Vorarlberg heute macht, als um eine Lektion in Ästhetik. Richtig ist, dass dieser durch eine lange und aufrichtige Praxis der lokalen Demokratie möglich gemacht wird.” Schaffa, schaffa, Hüsle baua – als Wegbereiter moderner Demokratie? Wer hätte das gedacht.

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