Lagerhallen-Mord: Angeklagte vor Gericht zusammengebrochen

Im Prozess um den Mord in einer Wiener Lagerhalle ist die Angeklagte, die Frau des Toten, zusammengebrochen.
Im Prozess um den Mord in einer Wiener Lagerhalle ist die Angeklagte, die Frau des Toten, zusammengebrochen. ©APA
Am Donnerstag ist der Wiener Lagerhallen-Mord fortgesetzt worden. Die Ehefrau des Getöteten, die den Mord in Auftrag gegeben soll, ist vor Gericht mit einem Weinkrampf zusammengebrochen. Die Einvernahme der Angeklagten musste abgebrochen werden.
Bilder vom Prozess
Bluttat in der Lagerhalle
Mord nach Auftrag?
Witwe und Cousin bestreiten Tat

Staatsanwalt Juan Pablo Gomes Reyes hatte die Frau mit ihren Angaben unmittelbar nach ihrer Festnahme konfrontiert. Damals hatte sie zugegeben, ihr Cousin habe auf ihren Wunsch hin in der Lagerhalle auf ihren Mann geschossen. Sie habe einen “Knall” gehört und “jetzt gewusst, dass er Sasa erschossen hat“, hatten sie die Kriminalisten im Polizeiprotokoll zitiert.

Angeklagte brach im Prozess um Lagerhallen-Mord zusammen

“Ich war im Schock”, schluchzte die Angeklagte. Die Angaben seien unrichtig, sie habe nicht die Wahrheit gesagt. “Ein langer Schock. Ein Dauerschock”, konstatierte Richter Georg Olschak, zumal das Protokoll drei Wochen nach der Bluttat aufgenommen worden war. “Ich war in Depressionen”, heulte daraufhin die Angeklagte auf, “mir hat alles wehgetan. Ich hab’ das nur deshalb gesagt, weil ich das Ganze beenden wollte. Ich wollte meine Medikamente.”

Darauf betonte der Staatsanwalt, die Angeklagte habe ihr Geständnis in einer weiteren Einvernahme am 17. März bestätigt. Auf diesen Einwand hin brach die 42-Jährige in minutenlanges Weinen aus. Schließlich brach der Richter die Befragung ab, die Frau wurde von drei Justizwachebeamten abgeführt.

Nach dieser Pause wurden etliche Zeugen vernommen, wobei die 42-Jährige auf der Anklagebank weiter vor sich hinschluchzte und kaum zu beruhigen war. Ein langjähriger Bekannter des ums Leben Gekommenen berichtete, Sasa S. habe sich von seiner Frau trennen wollen: “Er hat sie nicht mehr ausgehalten. Sie wollte nichts arbeiten, ist ihm auf die Nerven gegangen.”

Frau soll Mord in Auftrag gegeben haben

Im Dezember 2010 sollen die 42-Jährige und ihr Cousin begonnen haben, ein Mordkomplott gegen den Ehemann zu schmieden. Laut Anklage erwarb der Cousin zu diesem Zweck eine Pistole. Er soll von der Ehefrau ein “Kopfgeld” von 40.000 Euro versprochen bekommen und außerdem die Zusicherung erhalten haben, nach geglückter Tat auch die Fahrzeuge des Opfers zu bekommen und verkaufen zu dürfen.

Opfer wurde in einer Lagerhalle in Wien-Donaustadt erschossen

Laut Anklage wurde Sasa S. in der Lagerhalle, in der er alte Elektrogeräte reparierte, um diese in Serbien gewinnbringend zu verkaufen, in einen Hinterhalt gelockt und von dem 37-Jährigen, der ihm regelmäßig beim Arbeiten geholfen hatte, hinterrücks erschossen.

Die Verhandlung wird am kommenden Montag fortgesetzt. Als Zeugen sind unter anderem die Eltern des Getöteten sowie jener Mann geladen, der dem Cousin die Pistole beschafft und diese anschließend entsorgt haben soll.

(APA)

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