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Kunst im Untergrund

Passend zum Ort des Geschehens, der U3 Station Stubentor, wurde am Donnerstag Abend die Kunst-Installation "Bewegungen der Seele" des gebürtigen Lienzer Michael Hedwig eröffnet.

Der 48jährige Assistenzprofessor an der Akademie der bildenden Künste spricht in den auf insgesamt drei Teile aufgeteiltem Kunstwerk Themen der Bewegung und des Miteinander an. Phillip Maurer dazu in den “Wiener Kunstheften”: “Das Gemälde beeindruckt nicht allein durch seine Größe, sondern in erster Linie durch die harmonische Farbigkeit mit zarten Rot-, Gelb- und Pink-Tönen, kontrastiert mit effektvoll gesetztem Blau, sowie durch seine inhaltliche Aussagekraft.


Es besteht aus drei voneinander getrennt montierten Teilen, die der räumlichen Situation der U-Bahn-Station angepasst sind: Die PassantInnen fahren mit dem Lift ein aus acht Aluminiumplatten (je 220 x 110 cm, das ergibt zusammen 880 x 220 cm) bestehendes Bild entlang, passieren dann am Weg zum Bahnsteig einen langen Fries (fünf Platten zu je 120 x 200 cm, gesamt 120 x 1000 cm) und sehen über dem Gleis der Gegenrichtung ein weiteres Bild (vier Platten von je 220 x 125, gesamt 220 x 500 cm).

Kunst-Linie U3


Mit Hedwigs “Bewegungen der Seele” – für die technisch komplexe Anbringung arbeitete ein 5-Mann-Bautrupp der Wiener Linien insgesamt sieben Nachtschichten – verfügt die U3 über eine lange Liste hochqualitativer Kunstwerke. Der Entschluss, die orangene Linie zur Kunst-Linie zu machen, fiel in den 80er Jahren. Die erste Umsetzung geschah in der U3/U2-Knotenstelle “Volkstheater” mit dem gewaltigen Schöpfungs-Mosaik des Künstlers Anton Lehmden. Auch Oswald Oberhuber (Station: “Landstrasse”) und Albert Frohner (Station: “Westbahnhof”) zählen zu den Künstlern, die von Seiten der Wiener Linien beauftragt wurden.


Wichtige Auflage seitens der Wiener Linien, die die Kunstwerke jeweils mit allen Rechten ankaufen, ist, dass der konkrete U-Bahn-Ort bei der künstlerischen Gestaltung mitbedacht wird. “Ein schlichtes Hinplatzieren von Kunst, wo einfach Platz ist, ist nicht unser Ziel”, betont “Kunst-Experte” Johann Hödl von den Wiener Linien.

Qualität verhindert Vandalismus


Nach Erfahrung der Wiener Linien wird die Kunst in den U- Bahn-Stationen seitens der Passanten gut aufgenommen. Vandalismus und Zerstörungen sind bislang kaum vorgekommen. Laut Hödl zahlt es sich aus, wertvolle Materialien und qualitativ hochstehende Kunst zu verwenden: “Die Kunden registrieren durchaus, dass da Wertvolles zu betrachten ist und benehmen sich entsprechend.” Weiters betont Hödl, der neben Kunstfragen vor allem kaufmännische Angelegenheiten im Infrastrukturbereich verantwortet, dass sich auch international der Trend zeige, U-Bahn-Bereiche mit hochqualitativen Materialien, wie etwa Natursteinen oder Email- Paneelen, auszustatten. In Wien begann der Trend, dem u.a. München in jüngerer Zeit gefolgt ist, bereits in den 70er Jahren. An eine weitere Ausdehnung der Kunst-Linie im Wiener U-Bahn-Bereich ist derzeit , bis auf die anstehende Umgestaltung der Westpassage im Bereich Karlsplatz, nicht gedacht.

Lebenslauf und Werkauszeichnungen von Michael Hedwig


Michael Hedwig wurde1957 in Lienz (Osttirol) geboren. Ab dem Jahr 1974 studierte er an der Akademie der Bildenden Künste, welche er im Jahr 1980 nach seinem akademischen Abschluss verließ. Hedwig, der seit heuer Assistenzprofessor an der Akademie ist, erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter im Jahr 1983 ein Arbeitsstipendium der Gemeinde Wien und im Jahr 1988 den Ankaufpreis des Landes Tirol. Im Jahr 2000 erhielt er den Förderungspreis des Theodor-Körner-Fonds für das Druckgrafikprojekt “Über Körper, 12 Radierungen”. Auch Hedwigs Kunst, die bereits bei zahlreichen in- und ausländischen Schauen gezeigt wurde, hat einen Stadt Wien-Bezug: Im Jahr 1983 wurde er in der Förderungsgalerie Alte Schmiede gezeigt.

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