Krankentransporte in Wien: Hallermobil meldet sich zu Inkompetenz-Vorwürfen

Hallermobil meldete sich zu den Inkompetenz-Vorwürfen von Krankentransporten.
Hallermobil meldete sich zu den Inkompetenz-Vorwürfen von Krankentransporten. ©pixabay.com (Symbolbild)
Der Fahrtendienst Hallermobil meldete sich am Dienstag zu Wort, um Vorwürfe wegen mangelnder Hygiene und Inkompetenz bei den Krankentransporten in Wien zu entkräften.
Schlechte Auftragslage in Wien
Sanitäter stehen vor Kündigung

“Grundsätzlich verwahren wir uns gegen die seitens der Blaulichtorganisationen durch unterschiedliche Medien zuletzt erhobenen Vorwürfe der mangelnden Hygiene, Inkompetenz, etc., weil diese nachweislich unrichtig sind”, so Eigentümer Thomas Haller in einem Offenen Brief.

Hygienestandards wie bei Blaulichtorganisationen

Bei den Fahrzeugen kämen dieselben Reinigungsstandards zum Tragen wie bei Blaulichtorganisationen. Außerdem würden die Mitarbeiter laufend geschult – unter anderem zu den Themen “lebensrettende Sofortmaßnahmen – inklusive Wiederbelebung”, “Erweiterte Erste Hilfe” und dem optimalen Umgang mit Rollstühlen und Krankentragen.

1600 Krankentransporte für Wiener Gebietskrankenkasse

Der Fahrtendienst, der aktuell 200 Mitarbeiter beschäftigt, übernimmt laut eigener Aussage pro Tag im Schnitt 1.600 Fahrten im Auftrag der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK). Insgesamt gibt es laut einem Sprecher von Hallermobil 15 private Fahrtendienste in Wien, wobei sechs davon Aufträge der WGKK übernehmen. Seit 2013 verbuche Hallermobil jährlich eine Steigerung um 20 Prozent im Krankenkassenbereich, sagte der Sprecher zur APA.

Seit 2013 haben die Fahrtendienste laut Haller rund 1,3 Millionen Fahrten durchgeführt. “Dabei konnten die Krankenkassen im selben Zeitraum mit einem richtig gut funktionierenden System, welches Hallermobil maßgeblich mitgeprägt hat, bei aus Sicht vieler unserer Kunden gesteigerter Qualität circa acht Millionen Euro einsparen”, heißt es in der Stellungnahme.

Sänitäter des Roten Kreuzes vor Kündigung

Die Diskussion um die Krankentransporte in Wien hat sich an Kündigungen von Sanitätern des Rotes Kreuzes entzündet. Begründet wurden diese mit dem Umstand, dass die WGKK aus Kostengründen inzwischen vermehrt günstigere Rettungsfahrdienste statt Rettungsorganisationen beauftrage.

Die Gewerkschaft vida hat in Reaktion auf die Kündigungen für den Dienstagabend die Mitarbeiter aller Blaulichtorganisationen zu einer Betriebsversammlung in der ÖGB-Zentrale eingeladen. Bei der Veranstaltung soll entschieden werden, welche Protestmaßnahmen gesetzt werden. Auch ein Streik wurde von Gewerkschaftsvorsitzendem Helmut Gruber im Vorfeld nicht ausgeschlossen. Rund 400 Beschäftigte werden erwartet.

(APA/Red)

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