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Kopfschuss bei Schießerei in Wien-Liesing: Bruder ist nicht geständig

Auf offener Straße fielen die Schüsse in Wien-Liesing.
Auf offener Straße fielen die Schüsse in Wien-Liesing. ©APA
In der Vorwoche ist auf einen 31-Jährigen in Wien-Liesing geschossen worden. Der Bruder (35) des Mannes, ein entflohener Häftling, gilt als tatverdächtig, ist jedoch nicht geständig. Bei seiner Festnahme hatte der Verdächtige Drogen und 22.000 Euro in bar bei sich.
Bruder festgenommen
Bruder flüchtete aus Haft
Opfer liegt im Koma
Streit wegen USB-Stick
Schießerei in Liesing

Der 35-Jährige bestritt, auf seinen Bruder geschossen zu haben, zudem gab er gegenüber den Ermittlern an, keine Waffe zu besitzen. Dem 31-jährigen Opfer war am Montagabend offenbar nach einem Streit in einer Wohnung in der Kinskygasse in der Purkytgasse von der gegenüberliegenden Straßenseite in den Kopf geschossen worden. Die Tatwaffe – laut ersten Ermittlungen eine Faustfeuerwaffe vom Kaliber 9 mm – wurde bisher nicht gefunden. Der Angeschossene hatte ebenfalls eine Pistole bei sich. Diese Glock war laut Eidenberger bei einem Einbruchsdiebstahl in Wiener Neustadt entwendet worden.

Schussopfer kann sich nicht erinnern

Das Schussopfer, das zunächst in Lebensgefahr und künstlichem Tiefschlaf war, wurde am Montag im Krankenhaus erstmals genauer befragt. Der 31-Jährige gab an, er könne sich durch die schwere Kopfverletzung an nichts erinnern. Er wisse nicht, wer auf ihn geschossen habe. Gewohnt habe sein Bruder seit drei Wochen in der Wohnung in der Kinskygasse, die eigentlich der Frau des Opfers gehört. Die Ehefrau zog vorübergehend zu einer Freundin. Der 31-Jährige verlangte von seinem Bruder, dass dieser wieder ausziehen sollte, um Probleme mit der Polizei zu vermeiden. Deswegen sei es bereits Tage vor den Schüssen zu Streitereien gekommen, gab das Opfer in der Einvernahme an. Die bei ihm gefundene Pistole habe er auf einem Flohmarkt gekauft.

Bruder aus der Haft geflohen

Mitte Jänner war der Tatverdächtige nach seiner Verlegung in die Forensische Psychiatrie des Landesklinikums Mauer bei Amstetten durch ein WC-Fenster im Parterre geflohen. Offenbar hatte er einen Fluchthelfer, zwei Zäune waren aufgeschnitten und ein Gitter ausgehebelt gewesen.

Tatverdächtiger wurde festgenommen

Nach den Schüssen in Liesing kamen die Ermittler rasch auf die Spur des Bruders. Am Mittwoch bekamen sie dann einen Hinweis, dass sich der Gesuchte in einem Café auf der Meidlinger Hauptstraße aufhält. Als der 35-Jährige die anrückenden Beamten der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS) sah, ergriff er die Flucht. Er warf ein Sackerl mit Mobiltelefonen und Wertkarten weg und versuchte zu entkommen. Nach einem Schreckschuss wurde der Mann gestoppt, er wehrte sich laut Eidenberger heftig gegen seine Festnahme und verletzte einen Polizisten. Erst beim Anblick eines gezückten Tasers gab er auf.

Der Verdächtige hatte bei seiner Festnahme geringe Mengen Kokain und Cannabis bei sich. In der Innentasche seiner Jacke fanden die Beamten außerdem mehr als 22.000 Euro. Dies erklärte der 35-Jährige damit, dass er vor einiger Zeit Gold gestohlen und vergraben hatte. Nach seiner Flucht habe er es geholt und verkauft. Wann und wo das Gold gestohlen wurde, blieb vorerst unklar.

35-Jähriger wollte sich absetzen

Der gebürtige Serbe wollte sich nach eigenen Angaben demnächst aus Österreich absetzen. Er hatte drei gefälschte Ausweise bei sich und verwendete in der Vergangenheit insgesamt sieben Aliasnamen. Der 35-Jährige war ursprünglich im Juli 2014 festgenommen worden. Er sollte wegen Diebstahls und Einbruchsdelikten eine fünfjährige Haftstrafe absitzen. Sein verletzter Bruder muss noch einige Tage im Krankenhaus bleiben, berichtete die Polizei. (APA)

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