Kommende 15 Jahre für Klimawandel entscheidend

Temperaturanstieg muss gebremst werden
Temperaturanstieg muss gebremst werden
Dem Klimaschutz läuft die Zeit davon: Um das erklärte Ziel eines weltweiten Temperaturanstiegs von höchstens zwei Grad halten zu können, müssen in den kommenden fünf bis 15 Jahren entscheidende Maßnahmen getroffen werden, warnte Keywan Riahi vom Internationalen Instituts für angewandte Systemforschung (IIASA) am Dienstag bei einer Pressekonferenz in der Akademie der Wissenschaften in Wien.


Falls politische Entscheidungsträger wirkungsvolle Maßnahmen zur CO2-Reduktion weiter verschieben, wird es Riahi zufolge ab 2020 teuer und risikoreicher. Zudem schwinden die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Generell sei das Erreichen des Zwei-Grad-Zieles aber noch möglich.

Zusätzlich sollten auch radikale Maßnahmen etwa bei der Energieeffizienz oder Technologie-Durchbrüche wie eine vollständige Elektrifizierung des Transportsektors oder bei der unterirdischen Speicherung von CO2 (CCS-Technik: Carbon Capture and Storage) zum Einsatz kommen. Allerdings seien solche Alternativen auch mit Risiken verbunden.

Georg Kaser vom Institut für Meteorologie und Geophysik der Universität Innsbruck unterstrich, dass der vom Menschen gemachte Klimawandel unter Wissenschaftern heute – im Gegensatz noch von vor wenigen Jahren – unumstritten ist. “Er findet signifikant statt”, sagte Kaser. Während kurzfristige Effekte wie extreme Wetterereignisse mit einer drastischen Reduktion der CO2-Emissionen zumindest eingedämmt werden könnten, ist der Anstieg der Meeresspiegel hingegen nicht mehr umkehrbar. Lenkbar sei lediglich, wie stark sie steigen. “Wir wissen nicht, wo die Reise hingeht”, meinte er.

Obwohl die Zeit drängt, ist eine verbindliche Einigung zu einer deutlichen Reduktion von CO2 zwischen den Staaten schwierig. Entsprechend um Worte gefeilscht wurde auch zwischen Wissenschaftern und Politikern bei der Erstellung der jüngsten Zusammenfassung des Weltklimaberichts für Entscheidungsträger (Summary for Policymakers), an dem sowohl Kaser als auch Riahi mitgewirkt haben. Lukas H. Meyer, Philosophieprofessor auf der Uni-Graz, der in dem Bericht über ethische Fragen schrieb, unterstrich aber, dass die einzelnen Kapitel des 2.000 Seiten starken Dokuments dabei nicht verändert wurden.

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