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"Kollektive Hysterie" - Marine Le Pen vor Wahlen im Aufwind

Wie stark werden die Rechtsextremen?
Wie stark werden die Rechtsextremen? ©EPA
Das politische Frankreich ist hypernervös. Dabei geht es eigentlich nur um Departementswahlen und viele Franzosen werden - wenn überhaupt - wohl eher lustlos zu ihren Wahlbüros gehen. Dennoch könnte das Ergebnis Frankreich erschüttern. Denn die Umfragen bescheinigen der rechtsextremen Front National (FN) der Marine Le Pen gute Aussichten.

Wenn am Sonntag und eine Woche später in den 96 Kreisen des Landes und fünf Übersee-Departements abgestimmt wird, könnte dem Rechtspopulismus ein Durchbruch gelingen. Ein Durchbruch, der zwei Jahre vor der nächsten Präsidentenwahl voll auf die nationale Politik des Landes durchschlägt. Wer verbündet sich also mit wem in der Stichwahl jeweils dort, wo Le Pen nach dem ersten Wahlgang vorn liegt? Staatschef Francois Hollande ruft schon zur “Mobilisierung” der Wähler gegen die rechte Welle auf.

Oberwasser für Marine Le Pen

Während die regierende Sozialistische Partei PS und die konservative UMP des Ex-Staatschefs Nicolas Sarkozy händeringend nach Strategien suchen, um sich selbst zu behaupten und noch rasch einen Damm gegen Le Pen zu bauen, kann diese in selbstbewusstem Spott schwelgen.

“Nun haben sie in folgenden drei Punkten das gemeinsame Programm wiederbelebt”, ging die FN-Chefin auf einer Wahlveranstaltung auf ihre nervösen Gegner ein: “Gegen die Front National kämpfen, die Front National angreifen, die Front National schlagen.” Mehr denn je drehe sich das politische Leben Frankreichs um sie und ihre Partei. Die politische Klasse blicke mit “kollektiver Hysterie” auf die FN. Wo nimmt Marine Le Pen nur das viele Oberwasser für diese Häme her?

Rechtsextreme glänzen in Umfragen

Die Rechtsextremen glänzen in Umfragen. In der ersten Runde am 22. März können sie mit etwa 30 Prozent der Stimmen rechnen – und lägen damit knapp vor dem konservativen Bündnis UMP/UDI und den dramatisch weit abgeschlagenen Sozialisten. Als Fanal gilt der jüngste Zugewinn der FN bei einer Nachwahl in der ostfranzösischen Region Doubs – hier konnte sich der linke Kandidat in der Stichwahl nur mühsam durchsetzen.

“In der ersten Runde für die Front National zu votieren, das bringt die Linke in der Stichwahl zum Sieg”, so hämmert es Nicolas Sarkozy all denen ein, die für Marine Le Pen stimmen könnten. “Das ist die FNPS”, stemmt er sich gegen die ungünstige politische Wetterlage. Er erntet Kritik für das angedeutete Zusammenspiel der extremen Rechten und der Sozialisten. Und er scheint erfolgreich zu sein: Le Pens Vorsprung schmolz nach seinen Warnungen ab, etwas auf die UMP-Werte.

Test für Sarkozy

Vor allem für Sarkozy ist diese Zwischenwahl ein erster ganz großer Test: Wieder Chef der konservativen Oppositionspartei UMP, möchte er allem Anschein nach bei der Wahl des Staatspräsidenten im Jahr 2017 auch wieder der Kandidat des rechten Lagers für den Elysee sein.

Sozialisten vor Desaster?

Gerade die Sozialisten blicken angespannt und mit tiefen Sorgenfalten auf die Wahlen. Sie befürchten ein Desaster. Hollande und sein Premier Manuel Valls haben unisono schon angekündigt, dass auch ein schmachvolles Abschneiden bei den Departementswahlen in der Regierung wenig verändern wird. Valls hat aber “Angst um sein Land”. Er befürchtet einen FN-Erfolg 2017 bei der absehbar erbarmungslosen Schlacht um den Präsidentenpalast.

Linke ist zerstritten

Die Umfrageergebnisse lassen darauf schließen, dass viele Franzosen die Truppen Marine Le Pens nicht mehr “verteufelt” sehen wollen, ein Aufruf zur “republikanischen Front UMP-PS” gegen die Rechtsextremen also nicht mehr zieht. Und der Anerkennungsbonus der Bürger für den sozialistischen Präsidenten wegen seines staatsmännischen Auftretens nach den islamistischen Terroranschlägen im Jänner in Paris scheint verpufft. Die Linke ist insgesamt zerstritten und die Politik des Regierungschefs Manuel Valls gerade in der eigenen Partei umkämpft.

Dabei werden auch Valls Ambitionen auf das Präsidentenamt nachgesagt, sollte der wenig beliebte Hollande nicht mehr antreten. Doch seinen Sozialisten droht jetzt ein Debakel. Wer brächte die besten Lösungen für Alltagsprobleme? Nach einer Befragung lag hier Sarkozys UMP knapp vor den Rechtsextremen. Und wer versteht am besten die “Leute wie du und ich”? Hier landete Le Pens rechtsextreme Front eindeutig vorne.

(APA)

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