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"Kleinere Brötchen backen"

Der Rücktritt von 800-m-Läuferin Stephanie Graf am Mittwochabend hat die österreichische Leichtathletik wie ein Keulenschlag getroffen. | Rücktritt von Graf

„Das ist, wie wenn der Hermann Maier aufhören würde. Nur dass im ÖSV sofort wer da wäre, der in die Bresche springt”, meinte Johann Gloggnitzer, der Präsident des heimischen Verbandes ÖLV. „Wir werden uns darauf einstellen müssen, dass wir in den nächsten zwei, drei Jahren wieder kleinere Brötchen backen. Die österreichische Leichtathletik ist zuletzt an Graf gemessen worden. Medaillen haben zum guten Ton gehört.”

Gloggnitzer hat noch vor Grafs Abreise nach Südafrika mit ihr gesprochen und „keinerlei Anzeichen” bemerkt. „Eine Athletin dieses Kalibers wird sich alles reiflich überlegt haben. Wir müssen es akzeptieren, so sehr es schmerzt. Sie hinterlässt eine große Lücke.”

In der Leichtathletik sei es eben anders als im Skisport: „Die Förderungsstrukturen sind nicht so breit gestreut. Es ist sehr viel dem Zufall und Einzelinitiativen überlassen. Es kann immer Mal ein kometenhafter Aufstieg erfolgen.” Die Wachablöse in der heimischen Leichtathletik sei aber unübersehbar: „Eine Generation tritt ab. Im Normalfall passiert so etwas aber eher nach Olympia. Das tut weh.” Der positive Nebeneffekt: „Wenn oben Athleten raus fallen, dann werden finanzielle Mittel frei, die man in den Nachwuchs investieren kann.”

Aus dem 15-köpfigen Olympia-Kader für Athen sind mit Graf und dem Speerwerfer Gregor Högler innerhalb von zwei Tagen zwei Athleten zurückgetreten. Hinter dem Hürdensprinter Elmar Lichtenegger, gegen den ein Dopingverfahren läuft, steht ein großes Fragezeichen. „Wir werden in Zukunft wieder froh sein über Finalplätze. Wir dürfen uns nicht der Illusion hingeben, dass in Athen die halbe Mannschaft plötzlich ins Finale läuft”, weiß ÖLV-Sportkoordinator Hannes Gruber.

Aktueller Olympia-Kader:
Karin Mayr-Krifka (100 m, 200 m), Günther Weidlinger (5.000 m), Martin Pröll (3.000 m Hindernis), Klaus Ambrosch (Zehnkampf), Olivia Wöckinger, Bianca Dürr (beide Weitsprung), Susanne Pumper (5.000 m), Thomas Scheidl (200 m), Martin Buchleitner (Marathon), Gerhard Mayer (Diskus), Elke Wölfling (100 m Hürden), Leo Hudec und Elmar Lichtenegger (beide 110 m Hürden)

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