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Kenianerin in Wien vor die U-Bahn gestoßen: 51-Jähriger vor Gericht

Am Donnerstag muss sich ein Mann vor Gericht verantworten, der in Wien eine Kenianerin auf die Gleise der U2 gestoßen haben soll.
Am Donnerstag muss sich ein Mann vor Gericht verantworten, der in Wien eine Kenianerin auf die Gleise der U2 gestoßen haben soll. ©APA
Eine 36-jährige Kenianerin wurde am 5. Jänner nach angeblich rassistischen Beschimpfungen in der U-Bahnstation Taborstraße auf die Gleise gestoßen. Zunächst wurde gegen einen 51-Jährigen wegen versuchten Mordes ermittelt, nun muss er sich vor Gericht wegen absichtlich schwerer Körperverletzung verantworten. Ihm drohen bis zu fünf Jahre Haft. Auch die Lebensgefährtin wurde wegen Unterlassung der Hilfeleistung angeklagt.
Prozess steht bevor
Offiziell kein Mordversuch
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Frau auf die Gleise gestoßen

Das Abrücken vom Mordversuch-Verdacht überrascht insofern, als der Mann nach Zeugenaussagen während der Auseinandersetzung mit der Kenianerin und ihrer ebenfalls farbigen Begleiterin auf die U-Bahn-Signaltafel geblickt haben soll, die in drei Minuten einen einfahrenden Zug ankündigte. Er soll daraufhin seiner Freundin zugerufen haben, in drei Minuten sei “alles vorbei” und diese möge “dann laufen”.

Kein Beweis für Tötungsabsicht

Für die Staatsanwaltschaft liegt allerdings kein hinreichender Beweis für eine konkrete Tötungsabsicht vor, sodass sie den Fall nicht vor Geschworene gebracht hat. Nun muss sich Einzelrichterin Gerda Krausam mit der Frage befassen, was den 51-Jährigen zu seinem gewalttätigen Verhalten bewogen hat. Wie sein Verteidiger Roland Friis am Dienstag der APA erklärte, sei dem Mann “der Kragen geplatzt”. Er habe sich zu dem Stoß auf Provokationen hin bedauerlicherweise hinreißen lassen, dabei aber nicht mit dem Vorsatz gehandelt, die Frau absichtlich schwer zu verletzen.

Kenianerin vor die U-Bahn gestoßen

Die 36-Jährige und ihre ebenfalls aus Kenia stammende Freundin waren um 23.40 Uhr in die U2-Station in Wien-Leopoldstadt gekommen. Der 51-Jährige und seine Lebensgefährtin fühlten sich offenbar durch das laute Telefonieren einer der beiden Frauen gestört. Nach Angaben des späteren Opfers startete die Freundin des Mannes mit rassistischen Beschimpfungen. Sie habe daraufhin die Lebensgefährtin des Beschuldigten gefragt, was sie gesagt habe, schilderte die 36-Jährige später das Geschehen.

 Der Mann habe ihr darauf ins Gesicht geschlagen, dann sei auch schon der Stoß erfolgt. Bei dem Sturz auf die Gleisanlage brach sich die 36-Jährige das Fersenbein und konnte nicht mehr auf die Plattform klettern. Etwa 30 bis 40 Sekunden später wäre ein Zug in die Station eingefahren. Er wurde allerdings von einem aufmerksamen Augenzeugen rechtzeitig über die Notstopp-Taste abgebremst und zum Stehen gebracht.

Fünf Jahre Haft drohen

Der 51-Jährige behauptet, er und seine Gefährtin hätten die Schwarzafrikanerinnen in ruhigem Tonfall um leiseres Telefonieren gebeten. Im Übrigen sei er kein Rassist, weil seine Freundin selbst Ausländerin sei. Er bzw. seine Lebensgefährtin wären auf ihr Ersuchen von den Frauen verbal attackiert worden. “Sie wurden aufs Heftigste beschimpft. Er wurde auch bespuckt. Da dürfte ihm der Kragen geplatzt sein“, so Verteidiger Friis.

Sollte der Mann im Sinn der Anklage schuldig erkannt werden, drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft. Bei seiner Freundin, die sich laut Verteidiger “nicht schuldig” bekennen wird, weil sie von der Begleiterin der Verletzten festgehalten worden sei und sich deshalb nicht um diese kümmern habe können, wäre bei einem Schuldspruch eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr möglich. (APA)

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