Keine Blattlausprobleme – dank Marienkäfer, Florfliege & Co.

Viele Garten- und Balkonpflanzen leiden unter lästigem Blattlausbefall. Dennoch sollte man nicht sofort zur chemischen Keule greifen, denn Insektizide schädigen oft Mensch und natürliche Feinde mehr, als den Schädling selbst!

Die nun überall sprießenden zarten Neutriebe sind für Blattläuse ein besonderer Leckerbissen. Ein gewisser Blattlausbesatz im Garten ist ganz normal und absolut unbedenklich, da auch Schädlinge für das Funktionieren eines Ökosystems unverzichtbar sind.

Kulturfehler vermeiden
Treten die kleinen Sauger aber fast jedes Jahr auf den immer gleichen Pflanzen in besonders großen Massen auf, kann das als Indiz für folgende Ursachen gewertet werden: falsche Standortwahl, übertriebene Düngergaben bzw. extremer Nährstoffmangel, bereits kranke oder geschwächte Pflanzen.

Je früher Gegenmaßnahmen, desto besser
Standortgerechte, gesunde Pflanzen verkraften Blattläuse ohne nennenswerte Beeinträchtigung. Jungen oder geschwächten Exemplaren kann durch menschliches Zutun geholfen werden. „Zu Beginn ihres Auftretens können Blattläuse noch händisch von den Trieben abgestreift werden“, rät Ernst Mülneritsch von „die umweltberatung“ Kärnten. „Bei stärkerem Auftreten hilft mehrmaliges Abspritzen mit dem Gartenschlauch, auch das Besprühen mit Pflanzenbrühen aus Zwiebelschalen, Kartoffelschalen oder Brennnesseln zeigt ihre Wirkung.“

Nützlinge nicht unterschätzen
Nimmt die Anzahl der Blattläuse zu, erhöht sich mit einer kleinen Zeitverzögerung auch die der Nützlinge. Voraussetzung dafür ist eine pestizidfreie Bewirtschaftungsform sowie reich strukturierte, vielfältig gestaltete Gärten.

Marienkäfer
Der Marienkäfer zählt zu den bekanntesten und auch beliebtesten Blattlausräubern. Ein erwachsener Käfer beseitigt tägliche bis zu 150 Blattläuse, seine Larve bis zu 800 in ihrer mehrwöchigen Entwicklungsphase.

Schwebfliegenlarven
Die wespenartig gefärbten Schwebfliegen sind als Luftakrobaten bekannt, die auch im Flug an einer Stelle verharrend schweben können. Während sich erwachsene Schwebfliegen von Nektar und Pollen ernähren, leben die auf Blättern kriechenden Larven räuberisch von Blattläusen und anderen Pflanzenschädlingen.

Florfliegenlarven
Eine Larve kann bis zu 50 Blattläuse pro Tag oder 50 Spinnmilben pro Stunde vertilgen. Daneben werden auch Thripse, Zikaden und kleine Raupen nicht verschmäht. Erwachsene Florfliegen sind Blütenbesucher und benötigen naturnahe Wiesen und Blütensäume, ein frostfreier Unterschlupf erleichtert das Überwintern. Florfliegenlarven werden in Nützlingszuchtbetrieben vermehrt und können auf befallenen Pflanzen ausgesetzt werden – Bezugsquellen am Gartentelefon (04242/27 890)

Gärtnern ohne Gift ist eine Grundvoraussetzung
Neben den schon beschriebenen Helfern existieren noch eine Vielzahl von Nützlingen wie z. B. Schlupfwespen, Ohrwürmern und Raubmilben. Der Einsatz von Insektiziden schädigt die Helfer weit mehr als die eigentlichen Lästlinge. Verzichten sie deshalb auf die chemische Keule, sie schützen damit nicht nur die Umwelt, sondern auch Ihre Gesundheit und die ihrer Kinder!

Kostenlose Broschüre zum downloaden
Viele weitere wertvolle Tipps zum Thema „Nützlinge“ können sie in der Broschüre „Naturnische Hausgarten“ nachlesen, welche unter www.umweltberatung.at/bestellservice gratis downloadbar ist.

  • VIENNA.AT
  • Balkonien 2008
  • Keine Blattlausprobleme – dank Marienkäfer, Florfliege & Co.
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen