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Kauf-nix-Tag 2017: Zeit schenken statt Katerstimmung nach dem Shoppen haben

Statt einzukaufen: Global 2000 lädt in Wien zu einer Aktion am Kauf-nix-Tag
Statt einzukaufen: Global 2000 lädt in Wien zu einer Aktion am Kauf-nix-Tag ©dpa (Sujet)
Am Samstag findet der mittlerweile traditionelle "Kauf-nix-Tag" statt, anlässlich dessen aufgerufen wird, 24 Stunden lang nichts zu kaufen. Dieser Tag soll vor allem dazu dienen, das eigene Konsumverhalten kritisch zu hinterfragen, so Global 2000. Auf der Mariahilferstraße findet daher eine Aktion der Organisation mit einer "Oase der Ruhe" statt.
Selbstgemachte Geschenke
Kauf-nix-Tag im Vorjahr

Der Termin für den Kauf-nix-Tag am 25. November 2017 ist laut Global 2000 ganz bewusst am Beginn der turbulenten Vorweihnachtszeit gewählt und soll als Gegenmodell des auch in Österreich immer beliebter werdenden “Black Friday” dienen.

Warum ein Kauf-nix-Tag in der Vorweihnachtszeit?

“Gerade die Vorweihnachtszeit wird von vielen Menschen als äußerst stressig empfunden und ist oft mehr eine hektische Materialschlacht als eine besinnliche Angelegenheit. Im Durchschnitt besitzt jede/r EuropäerIn bereits etwa 10.000 Gegenstände und besonders zu Weihnachten kommen noch etliche dazu. Im Schnitt beträgt das Weihnachtsbudget pro Österreicher und Österreicherin immerhin 395,- Euro, Tendenz steigend. Und viele dieser oft teuer erworben Gegenstände stoßen auf wenig Gegenliebe – nicht wenige Geschenke werden unmittelbar nach Weihnachten ohnehin wieder umgetauscht oder weiterverkauft,” so Global 2000 in einer Aussendung.

Geschenkeflops, Umweltverschmutzung und Ausbeutung

Neben dem schlecht investierten Geld für solche “Geschenkeflops” seien aber auch die Umweltauswirkungen zu bedenken: So werden beispielsweise alleine für die Erzeugung eines einzigen T-Shirts durchschnittlich 2700 Liter Wasser verbraucht. Viele unserer schnelllebigen Konsumgüter belasten die Umwelt stark, spätestens bei deren Entsorgung. “Daher gilt grundsätzlich: lieber wenige, aber gut haltbare und reparierbare Dinge kaufen als kurzlebige Wegwerfprodukte. Aber es muss eben auch nicht immer etwas Materielles sein, das man verschenkt,” gibt die Organisation zu bedenken.

Um zu schenken, muss man nicht konsumieren

“Weniger kann durchaus mehr sein, aber diese Vorstellung ist in unserer Gesellschaft keine Selbstverständlichkeit. Ein mit Bedacht ausgewähltes Geschenk, wie eben gemeinsame Zeit, ist viel mehr wert als zig kurzlebige Wegwerfprodukte.” meint Lisa Kernegger, Ökologin und Nachhaltigkeits-Expertin der österreichischen Umweltschutzorganisation, “Zeit ist in unserem hektischen Alltag sicher das höchste Gut. Warum verschenkt mal also nicht das Wertvollste, das man hat? Das Schenken eines gemeinsamen Ausflugs in der Natur oder Zeit um jemandem zu helfen sind einmalige und persönliche Geschenke, die lange in Erinnerung bleiben.”

Die Kauf-nix-Tag-Aktion von Global 2000 in Wien: Zeit schenken

Im Rahmen dieser Aktion verteilt Global 2000 die”Kauf-nix-Karte”, die als Inspiration für Zeit-Geschenke dienen soll: Einfach Ankreuzen und Freude schenken. Am Platz der Menschenrechte auf der Mariahilfer Straße wird Global 2000 am 25. November von 11:00 – 14:00 Uhr ein Zeichen setzen: Mitten im Trubel wird eine “Oase der Ruhe” aufgebaut, um zu entspannen. Mit Sitzgelegenheiten, Getränken und Keksen. Diese Aktion wird von TeilnehmerInnen des Global 2000 Umweltkulturpraktikums mitgestaltet.

Die Global 2000 Kauf-nix-Karte zum Download finden Sie hier.

Shopping verursacht laut Greenpeace-Umfrage Katerstimmung

Kaufrausch zieht einen Kater nach sich, der den Auswirkungen von zu viel Alkohol ähnlich ist. Dies ist jedenfalls das Ergebnis einer Greenpeace-Umfrage, auf die die NGO anlässlich des “Kaufnix”-Tages” am Samstag hingewiesen hat.

Shopping gibt der internationalen Umfrage zufolge einen Kick, der sich als Hormonausstoß im Hirn nachweisen lässt. “Häufig schwindet diese Euphorie jedoch noch am selben Tag. Etwa 60 Prozent der Befragten in Deutschland fühlen sich nach dem Einkaufen ausgelaugt. Ungefähr ein Drittel der Teilnehmer in Asien berichtet über eine innerliche Leere nach dem Einkaufen”, hieß es in einer Aussendung.

“Wir leben inzwischen in einer Kultur, in der Shopping als glücksspendend angesehen wird. Doch das stimmt nicht! Auf den kurzen Kick folgt meist ein böses Erwachen”, erklärte Nunu Kaller, Konsumentensprecherin bei Greenpeace Österreich.

(apa/red)

 

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