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Katharine Hepburn wird 95

Die Oscar-Rekordgewinnerin hat alle überlebt. Katharine Hepburn bekam den ersten ihrer vier Oscars, als der Großteil der heute lebenden Menschen noch gar nicht geboren war.

Das war 1932, der Film hieß „Morning Glory“, und die Schauspielerin, die am 8. November (nach anderen Quellen: 12. Mai) das biblische Alter von 95 Jahren erreicht, war noch eine junge Frau aus bestem Haus. Bereits mit ihrem dritten Hollywood-Auftritt wurde sie zu einem Star, dessen Erfolg bis heute unvergleichlich geblieben ist. Mit Hepburns Namen verbindet sich auch eine der größten realen Liebesgeschichten des 20. Jahrhunderts.

Hepburns Partner darin war ihr einst kaum weniger berühmter Kollege Spencer Tracy, mit dem sie von 1942 bis zu dessen Tod 1967 zusammen war. Von der ersten Begegnung der beiden selbstbewussten Stars ist ein legendärer Dialog überliefert, in dem sie sagte: „Ich fürchte, ich bin ein wenig zu groß für Sie, Mr. Tracy“, er aber sofort konterte: „Keine Sorge, Miss Hepburn. Ich werde Sie schon auf meine Größe zurechtstutzen.“ In neun Filmen haben die beiden das erprobt, auch im richtigen Leben hat es offensichtlich geklappt, auch wenn sich Tracys Ehefrau aus religiösen Gründen weigerte, ihren Mann für Katharine Hepburn freizugeben.

Doch die Arzttochter ging mit dieser nicht leichten Situation ebenso unkonventionell und souverän um, wie sie sich in Hollywood bewegte. Dort hatte sie wegen ihrer berüchtigten Eigenwilligkeit keineswegs nur ungeteilte Zuneigung. Aber der Doppelrekord von vier Oscar-Trophäen und zwölf Nominierungen für den begehrtesten aller Filmpreise machen klar, welche Anerkennung ihre Arbeit vor der Kamera fand. Ihre Glanzrollen sahen sie als schlagfertiges Mädchen wie im Komödienklassiker „Leoparden küsst man nicht“ (1938), als kämpferische Frau in „Ehekrieg“ (1949) oder als spätes Mädchen in „African Queen“ (1951).

Auch in ihrer Altersrolle „Am goldenen See“, für die sie 1981 mit dem vierten Oscar ihrer insgesamt mehr als 60-jährigen Kinokarriere belohnt wurde, überzeugte und bewegte die große Schauspielerin das Publikum. Als Hepburn, die einer vornehmen Familie schottischer Herkunft entstammt, 1932 nach Hollywood geholt wurde, konnte sie bereits einen akademischen Abschluss, einen Pilotenschein, Talent zum Tennisspiel und erste Erfolge auf den Bühnenbrettern vorweisen. Geprägt von ihrer Mutter, einer gebildeten Frauenrechtlerin, ließ sich die junge Filmdebütantin nicht sonderlich beeindrucken von der kalifornischen Traumfabrik.

Nach und zwischen den großen Kinoerfolgen ist Hepburn immer wieder auf die Bühne zurückgekehrt. Der Dramatiker Tennessee Williams schwärmte von ihrer „Klarheit und Schönheit der Diktion“ und der „Reinheit“ ihrer „Intelligenz und Sensibilität“. Mit ihrem 1987 erschienenen Buch „The Making of African Queen“ und den 1991 auch in Deutschland veröffentlichten Memoiren „Ich. Geschichte meines Lebens“ bewies Hepburn auch Talent beim Schreiben. Die hochbetagte Schauspielerin, weitab von Hollywood im heimatlichen Connecticut lebend, hat in den letzten Jahren mit allerlei Krankheiten zu kämpfen, besiegen konnten diese jedoch die zähe Frau noch nicht.

Längst hat Katharine Hepburn alle überlebt, die einst neben ihr vor oder hinter der Kamera standen. Wer so lange lebt und zu solcher Berühmtheit gelangte, wird schon zu Lebzeiten eine Legende. Jeder Geburtstag der Greisin erinnert deshalb an ruhmreiche Jahre des amerikanischen Films und an eine Frau, die schon stark und emanzipiert auftrat, als das noch keineswegs selbstverständlich war.

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