Kandidaten-Urwahl bei deutschen Grünen ist fix

Als erste deutsche Partei lassen die Grünen ihre Mitglieder in einer Urwahl über die Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl entscheiden. Die rund 80 Delegierten eines kleinen Parteitags stimmten am Sonntag in Berlin dem Antrag des Parteivorstands fast einmütig zu, das Spitzen-Duo von den 60.000 Mitgliedern wählen zu lassen. Unter den beiden Spitzenkandidaten muss mindestens eine Frau sein.


Bewerben wollen sich die Fraktionsvorsitzenden Renate Künast (56) und Jürgen Trittin (58), Parteichefin Claudia Roth (57), Bundestags-Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (46) sowie die Basis-Vertreter Franz Spitzenberger und Werner Winkler.

Trittin und Künast begrüßten die Entscheidung. “Wir sind unterschiedliche Typen, haben unterschiedliche Schwerpunkte und Herangehensweisen und bringen unterschiedliche Kompetenzen mit”, sagte Künast. “Damit setzen wir ein Signal auch für andere Parteien”, sagte Trittin.

Roth hielt Befürchtungen, dass es nun zu einem Hickhack kommt, entgegen: “Wir kennen uns, wir schätzen uns, wir achten uns.” Die Grünen wollten mit einem fairen Verfahren Maßstäbe setzen. Eine Debatte über das Für und Wider einer Urwahl war aufgrund von Parteitags-Formalia ausgefallen.

Der Co-Vorsitzende Cem Özdemir erwartet einen Mobilisierungsschub. “Eine Urabstimmung bewirkt, dass jedes einzelne Mitglied an die Bundestagswahl erinnert wird”, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Bis zum 16. September können sich auch weitere Kandidaten melden. Die Bewerber sollen sich in mehr als einem Dutzend Regionalveranstaltungen den Mitgliedern stellen. Bis zum 9. November soll Auszählung abgeschlossen sein.

Auch das Wahlprogramm wollen die Grünen auf Grundlage von Basis-Voten gestalten. Ein Parteitag solle im April rund 30 zentrale Punkte festlegen, kündigte Lemke an. Am 9. und 10. Juni sollten dann Mitgliederversammlungen in den Ländern daraus die zehn wichtigsten Punkte bestimmen.

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