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Jüdisches Museum Hohenems zeigt "Habsburger Juden"

Ab 25. März blickt das Jüdische Museum Hohenems in seiner Sonderausstellung "Die ersten Europäer. Habsburger und andere Juden - eine Welt vor 1914" zurück auf die Lebenswelt der "Habsburger Juden", auf ihre weit über Europa hinausgehenden Netzwerke, ihre Hoffnungen auf eine europäische Einigung und ihre Illusionen über den Habsburger Vielvölkerstaat. Zu sehen ist die Schau bis 5. Oktober.


“Man muss nicht jüdisch sein, um die Geschichte Europas zu verstehen, aber es hilft.” Dieses Zitat des britischen Historikers Tony Judt im Foyer der Sonderschau lässt bereits deutlich erkennen, worum es geht. Juden gehörten in der Welt vor 1914 zu den aktivsten Mittlern zwischen den Kulturen und Regionen. Ihre Mobilität und ihre grenzüberschreitenden Beziehungen – seien sie familiärer, wirtschaftlicher oder wissenschaftlicher Natur – machten sie zu einem dynamischen Element der europäischen Entwicklung.

Ausgehend vom späten Mittelalter bis 1914 entfaltet die von Felicitas Heimann-Jelinek und Michaela Feurstein-Prasser kuratierte Ausstellung das Panorama eines untergegangenen Reiches. Mit 41 ausgestellten Objekten erscheint die Schau auf den ersten Blick sehr übersichtlich. Doch zu den einzelnen Leihgaben von Museen und Sammlungen in Europa und den USA lassen sich eine Fülle von Lebensgeschichten erzählen: Von Kaufleuten, Lastenträgern, Künstlern und Salondamen, Hausiererinnen und Gelehrten, Spionen und Patrioten. Und immer wieder stehen im Mittelpunkt die Beziehungsgeschichten der Menschen hinter den Objekten.

So erzählt etwa das Wiener Memorbuch der Fürther Klaus-Synagoge die bewegte Geschichte der Wiener Familie Fränkel. Memorbücher enthalten neben Gebeten die Namen der Opfer von Pogromen oder verstorbener, durch besondere Verdienste geschätzter Gemeindemitglieder. Vermutlich aus Polen stammend – der erste Eintrag stammt von 1633 – hatte sich die Familie in Wien niedergelassen, von wo sie 1670 wie alle anderen Juden vertrieben wurden. In der neuen Heimat Fürth im heutigen Deutschland stifteten Nachkommen 1707 die Klaus-Synagoge, in der das Wiener Memorbuch bis 1932 in Verwendung blieb.

Ein besonderes Stück der Ausstellung ist die neogotische Tora-Krone, die 1855 in Wien gefertigt, der großen Synagoge der Gemeinde Kolozsvar (deutsch: Klausenburg, heute: Cluj) in Siebenbürgen gestiftet wurde. Aber auch die Geschichten einfacher Leute werden in der Schau dokumentiert. So gibt etwa das Hausierbuch der Eva Caroline Gersuny aus dem nordböhmischen Teplitz Auskunft über das Leben einfacher jüdischer Menschen. Die Gersunys, 1492 aus Spanien nach Mitteleuropa vertrieben, siedelten sich ab 1740 in Teplitz an. Eva Caroline zog noch im Alter von 58 Jahren mit Leinen, Schaf- und Baumwollwaren von Haus zu Haus. Begleitet wird die Schau in Hohenems von einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

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