Jubiläumsfeier im Jüdischen Museum Hohenems

Hohenems - Das Jüdische Museum Hohenems feierte am Samstag sein 25-jähriges Jubiläum. In den Festansprachen wurde die kulturelle und historische Bedeutung des Museums, aber auch deren Funktion als Mahner für Toleranz und Achtung betont.
25 Jahre Jüdisches Museum
Kulturministerin Claudia Schmied (S) bezeichnete die Einrichtung als “einen Leuchtturm, der weit über die Grenzen des Bodenseeraums hinaus für Kultur und Toleranz” strahle.

Hohenems hatte eine lang zurückreichende und wechselvolle Geschichte jüdischer Kultur. Anfang des 17. Jahrhunderts ließen sich die ersten jüdischen Familien in der Vorarlberger Gemeinde nieder. Mitte des 19. Jahrhunderts stieg die Anzahl jüdischer Bürger auf 500 an. Die letzte jüdische Bürgerin wurde 1942 von den Nationalsozialisten aus Hohenems deportiert und später ermordet. Heute leben keine Nachkommen Hohenemser Juden in der Stadt.

Die Auseinandersetzung mit der jüdischen Vergangenheit in Hohenems schien auch nach dem Krieg verdrängt zu werden, bis in den 1970er Jahren die Idee aufkam, ein Museum einzurichten. Der Verein Jüdisches Museum wurde 1986 gegründet, 1991 öffnete das Haus in der von der Stadt Hohenems erworbenen und adaptierten Villa Heimann-Rosenthal seine Pforten.

In ihrer Festansprache würdigte Ministerin Schmied Samstagabend in Hohenems die Bedeutung des Hauses bei der Aufarbeitung der Vergangenheit: “Sich der Vergangenheit der Stadt bewusst zu stellen, und dabei die Gegenwart nicht aus den Augen zu verlieren – das findet seinen Widerhall weit über die Grenzen Österreichs hinaus und macht das Museum hier in Hohenems zu etwas besonderem in Kanon der österreichischen Museumslandschaft.”

Schmied betonte aber auch den offensiven Umgang der Museumsleitung mit Fragestellungen der Gegenwart. Das Jüdische Museum thematisiere Fragen, wie Einwanderung und Integration, wie das Zusammenleben von Menschen heute aktiv gestalten werden könne. “Es geht auch um die Akzeptanz und das Lernen voneinander und das Hinschauen. Gerade das zeigt uns das Jüdische Museum in Hohenems in beeindruckender Weise”, meinte Ministerin Schmied.

Vorarlbergs Landesstatthalter Markus Wallner erinnerte an das Treffen der Nachkommen Hohenemser Juden, die 1998 erstmals in die Rheintaler Gemeinde reisten, um die Heimat ihrer Vorfahren zu besuchen. Auch zum Jubiläum des Museums reisten “Alt-Hohenemser” aus vielen Ländern der Welt an. Unter ihnen Harry Weil, der Hohenems 1938 als kleiner Bub verlassen musste. In bewegenden Worten erinnerte sich Weil in einer in Deutsch gehaltenen Rede an seine Jugend.

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