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John Lennon: Legende lebt

Am Sonntag hätte der 1980 erschossene Beatle seinen 65. Geburtstag gefeiert. Was würde John Lennon wohl getan haben, wenn er das Pensionsalter erreicht hätte?

Yoko Ono ist sicher: “Er würde einfach anfangen, rückwärts zu zählen.” An diesem Sonntag, dem 65. Geburtstag des einstigen Beatles-Bandleaders, wird seine Witwe wie schon seit Jahren an jedem 9. Oktober eine Kerze in ein Fenster ihrer Wohnung im New Yorker Dakota Building stellen. Unten im Central Park werden Fans Lennon-Songs anstimmen.

Und John, der vor fast einem Vierteljahrhundert, am 8. Dezember 1980, vor seiner New Yorker Haustür von einem Irren erschossen wurde, wird in der Vorstellung seiner Fans wieder dabei sein. „Es ist erstaunlich”, sagte Ono dem britischen Musikmagazin „Uncut”, „aber John ist keine vergessene Person.”

Ganz gewiss nicht. Die Legende Lennon lebt. In New York wie in London, in seiner Geburtsstadt Liverpool wie in unzähligen anderen Orten der Welt ist John dieser Tage kaum zu übersehen. Meist mit wallenden langen Haaren und runder Metallrahmenbrille – seinen damaligen Markenzeichen der Rebellion gegen alles Spießbürgerliche – ist er auf Magazintiteln, Postern und Büchern abgebildet.

Talkshows beschäftigen sich mit dem Erbe des Mannes, dessen Name für das Lebensgefühl einer ganzen Generation und – zusammen mit Paul McCartney – für einige der großartigsten Songs unserer Zeit steht. Radio-DJs legen sie wieder auf. Musiker, von denen viele noch nicht geboren waren, als die Beatles 1961 von Hamburg aus zum Siegeszug um die Welt starteten, haben Coverversionen von Lennon-Titeln eingespielt.

„Seine Musik klingt eben immer noch frisch und relevant”, sagt Billy Idol von Generation X. Lennon komme heute noch an, weil „er stets an die Grenzen ging. Er rief allen zu „Die Welt ist offen – geh’ raus und suche!””. Aktuell wirkt auch die Botschaft, die Lennon zu Zeiten des Vietnam-Krieges verkündete: „Give Peace a Chance.” Würde er heute gegen den Irak-Krieg protestieren? „Natürlich würde er das”, sagt Ono.

Die japanische Happening-Künstlerin hat sich nach Kräften darum bemüht, dass Johns 65. weltweit nicht nur ganz groß, sondern auch würdevoll und möglichst ohne Kritik und Gezänk gefeiert wird. Besonders erfolgreich war die Verwalterin des finanziellen und künstlerischen Lennon-Nachlasses damit allerdings nicht. So geriet ein groß aufgezogenes Musical über den „intellektuellen” Beatle am Broadway, dessen Inszenierung Ono unter Kontrolle hatte, trotz sehenswerter Ensembleleistung zum Flop. Der Vorwurf vieler Kritiker: Zu viel Harmonie, zu viel Glorienschein, zu wenig von der Drogensucht, von der Verzweiflung, von Schaffenskrisen und Verwirrung des Super-Beatle.

Zudem ärgerte es Fans, dass am Broadway Onos Rolle beim Auseinanderbrechen der ersten und bis heute kaum erreichten Superband der Welt im Jahr 1970 einmal mehr unter den Teppich gekehrt worden sei. Da klatschte eine andere Hinterbliebene hämisch in die Hände:

Cynthia Lennon, Freundin aus Teenagertagen in Liverpool, Ehefrau von 1961 bis 1968 und Mutter von Julian Lennon, feuerte mit dem Enthüllungsbuch „Try to See it My Way” eine Breitseite auf ihre Nachfolgerin und auch auf Ex-Ehemann Lennon ab.

Der, so klagt Cynthia, habe den Sohn Sean bevorzugt, den Yoko genau am 35. Geburtstag des Ex-Beatle zur Welt brachte. Der ältere Sohn Julian hingegen sei weitgehend ignoriert und obendrein vom Erbe ausgeschlossen worden. Während er „für Frieden und Liebe in der Welt eintrat”, schrieb Julian im Vorwort, sei es für Vater Lennon „zugleich sehr schwer gewesen, irgendwie Frieden und Liebe für seine erste Familie zu finden, für meine Mutter und mich”.

Etliche britische Zeitungen schlachteten die Vorwürfe aus. Einmal mehr wurden auch angebliche „Insider-Berichte” über Alkohol-, Drogen- und Sexexzesse aufgelegt. Frauen meldeten sich zu Wort, die in wilden Nächten mit John und gleich noch mit den anderen drei Beatles geschlafen haben wollen.

Und der Autor Albert Goldman wärmte in seinem Buch „The Lives of John Lennon” Spekulationen auf, wonach Beatles-Manager Brian Epstein sich in schwuler Liebe zu John verzehrte und wegen dessen Beziehung zu Yoko Ono Selbstmord begangen haben soll. Kein Wunder, dass Ono auf die Reporterfrage nach der „bedeutendsten Hinterlassenschaft Lennons” dessen Song „Just Gimme Some Truth” nannte. „Alles, was ich will”, heißt es da, „ist die Wahrheit.”

apanische Happening-Künstlerin hat sich nach Kräften darum bemüht, dass Johns 65. weltweit nicht nur ganz groß, sondern auch würdevoll und möglichst ohne Kritik und Gezänk gefeiert wird. Besonders erfolgreich war die Verwalterin des finanziellen und künstlerischen Lennon-Nachlasses damit allerdings nicht. So geriet ein groß aufgezogenes Musical über den „intellektuellen” Beatle am Broadway, dessen Inszenierung Ono unter Kontrolle hatte, trotz sehenswerter Ensembleleistung zum Flop. Der Vorwurf vieler Kritiker: Zu viel Harmonie, zu viel Glorienschein, zu wenig von der Drogensucht, von der Verzweiflung, von Schaffenskrisen und Verwirrung des Super-Beatle.

Zudem ärgerte es Fans, dass am Broadway Onos Rolle beim Auseinanderbrechen der ersten und bis heute kaum erreichten Superband der Welt im Jahr 1970 einmal mehr unter den Teppich gekehrt worden sei. Da klatschte eine andere Hinterbliebene hämisch in die Hände:

Cynthia Lennon, Freundin aus Teenagertagen in Liverpool, Ehefrau von 1961 bis 1968 und Mutter von Julian Lennon, feuerte mit dem Enthüllungsbuch „Try to See it My Way” eine Breitseite auf ihre Nachfolgerin und auch auf Ex-Ehemann Lennon ab.

Der, so klagt Cynthia, habe den Sohn Sean bevorzugt, den Yoko genau am 35. Geburtstag des Ex-Beatle zur Welt brachte. Der ältere Sohn Julian hingegen sei weitgehend ignoriert und obendrein vom Erbe ausgeschlossen worden. Während er „für Frieden und Liebe in der Welt eintrat”, schrieb Julian im Vorwort, sei es für Vater Lennon „zugleich sehr schwer gewesen, irgendwie Frieden und Liebe für seine erste Familie zu finden, für meine Mutter und mich”.

Etliche britische Zeitungen schlachteten die Vorwürfe aus. Einmal mehr wurden auch angebliche „Insider-Berichte” über Alkohol-, Drogen- und Sexexzesse aufgelegt. Frauen meldeten sich zu Wort, die in wilden Nächten mit John und gleich noch mit den anderen drei Beatles geschlafen haben wollen.

Und der Autor Albert Goldman wärmte in seinem Buch „The Lives of John Lennon” Spekulationen auf, wonach Beatles-Manager Brian Epstein sich in schwuler Liebe zu John verzehrte und wegen dessen Beziehung zu Yoko Ono Selbstmord begangen haben soll. Kein Wunder, dass Ono auf die Reporterfrage nach der „bedeutendsten Hinterlassenschaft Lennons” dessen Song „Just Gimme Some Truth” nannte. „Alles, was ich will”, heißt es da, „ist die Wahrheit.”

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