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Joachim Puchner - Abfahrer der "übernächsten" Generation

Österreichs Abfahrer, vor wenigen Jahren noch die einsamen Herrscher der (Ski-) Welt, sehen sich harten Zeiten gegenüber. Seit Wengen schnuppert aber ein junger Österreicher Weltcup-Luft, der bereits der "übernächsten" Generation angehört.

Der 21-jährige Salzburger Joachim Puchner könnte einer sein, dem der Anschluss gelingt.

Puchner bringt mit seinem Talent sowie 1,90 m Körpergröße Gardemaße für einen Abfahrer mit. Dem einstigen Allrounder aus St. Johann im Pongau ist aber bewusst, dass er vor allem wegen der vielen Verletzungen im ÖSV-Weltcupteam gleich bei den zwei schwierigsten Abfahrten der Welt debütieren kann. Ein Glück, das seinen fünf bis sieben Jahre älteren Kollegen nicht hold gewesen war, denn die hatten in der Blütezeit des ÖSV-Abfahrtsteams kaum fixe Startplätze erhalten und sich letztlich an den Stars die Zähne ausgebissen.

“Wäre es so wie damals, hätte auch ich derzeit sicher auch keinen Platz im Weltcupteam”, ist Puchner bewusst. Im Europacup fährt er zusammen mit Max Franz (derzeit ebenfalls verletzt), Bernhard Graf oder Florian Scheiber meist im Vorderfeld. “Aber der Sprung zum Weltcup ist gewaltig. Wenn du da keine Zeit bekommst, in Ruhe gut werden zu können, wird es schwierig.”

Auch die FIS hat reagiert und trägt zusehends Europacup-Abfahrten auf Weltcupstrecken aus. Im Vorjahr Chamonix, diesmal in Wengen. Zwar nur über 1:20 Min. vom Hundschopf bis nach dem Hanneggschuss, “aber alle Schlüsselstellen waren dabei”, erklärt Puchner, warum er sich kurz darauf beim Weltcup-Debüt auf der mit 3,4 Kilometern längsten Strecke der Welt schnell zurechtfand und 46. wurde. In der Superkombi schied er im Slalom aus.

Auch der Respekt vor der Kitzbüheler Streif hält sich bei Puchner in Grenzen. Es habe zwar am Dienstag beim Start ein “oha” gegeben, “ich werds aber dosiert angehen und freu mich richtig drauf”, meinte der Team-Neuling, der 2007 bei der Heim-Junioren-WM in Salzburg Silber im Super-G gewonnen hatte.

Puchner hat trotz seiner Ski-Ambitionen mit dem BORG St. Johann ein normales Gymnasium besucht. Dort unterrichtet auch seine Mutter, der Junior bekam volle Unterstützung und maturierte trotz über 300 Fehlstunden in der 7. Klasse letztlich problemlos. Auch das Bundesheer ist absolviert, mittlerweile studiert der Korporal in Salzburg nebenher Jus. Neben Mountainbiken ist Tennis die große Leidenschaft des aufschlagstarken Salzburgers, der deshalb nicht zufällig Roger Federer zum Vorbild hat. Im Skifahren ist es der Norweger Aksel Lund Svindal.

Ob Puchner nach Kitzbühel in den Europacup zurückkehrt oder auch in Garmisch zum Einsatz kommt, hängt von seiner Performance auf der Streif ab. “Jeder will in die Top-30, auch ich”, so Puchner. “Aber wirklich wichtig ist, dass ich nach der Abfahrt mit mir selbst und die Trainer mit mir zufrieden sind.”

Die Situation ist ja nicht ungünstig, nachdem mit Hans Grugger, Andreas Buder, Mario Scheiber und Rainer Schönfelder gleich vier ÖSV-Topfahrer verletzt ausfallen. “Wir stellen mit Walchhofer und Klaus Kröll den Weltranglisten-Ersten und Dritten. Umgekehrt sind von unseren Fahrern in den Top-100 der FIS-Liste über 50 Prozent verletzt”, beschrieb ÖSV-Herrenchef Toni Giger die Situation. “Man soll nichts beschönigen, aber auch nichts unnötig schlecht reden. Das sind die Fakten.”

Faktum ist auch, dass Christoph Gruber seiner Form nachläuft, Georg Streitberger seinen Vorwärts-Schritt am Saisonbeginn noch nicht bestätigt hat, Romed Baumann noch nicht ganz bereit und Thomas Graggaber verletzt ist. Christoph Alster sowie Peter Struger will der regelmäßige Sprung in die Weltcuppunkte einfach nicht gelingen. Individuelle Situation? “Wenn die Trainer alles falsch machen würden, wären wir nicht eins und drei in der Weltrangliste, so Giger. “Ohne die vielen Verletzungen wäre ein Ergebnis wie Wengen nie möglich gewesen!”

(Von Hans Gödel/APA aus Kitzbühel)

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