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Jetzt zählt das Leben

©APA/HANS KLAUS TECHT
Gastkommentar von Johannes Huber. Das Coronavirus ändert alles. Und zwar bei weitem nicht nur wirtschaftlich und politisch. Es tangiert auch das Wichtigste, was wir haben.

Hand aufs Herz: Worüber haben Sie sich zuletzt geärgert? Dass es heuer in der „Ostregion“ so wenig oder gar keinen Schnee gegeben hat? Dass der nächste Urlaub erst im August stattfinden soll? Dass das Essen, das Sie gekocht haben, nicht ganz so super geworden ist, wie Sie gehofft haben? Dass Ihnen ein Radfahrer den Vorrang abgenommen hat? Oder haben Sie sich maßlos über den Job, Alexander Van der Bellen, Sebastian Kurz, Pamela Rendi-Wagner oder Heinz-Christian Strache aufgeregt?

Zugegeben: Ich, also der Autor dieser Zeilen, könnte das eine oder andere bestätigen. All das ist jetzt aber mehr oder weniger lächerlich. Durch das Coronavirus bewegen wir uns Schritt für Schritt in einen immer größer werdenden Ausnahmezustand hinein. Hobbys, wie Kochen und ein bisschen Politisieren, sind nebensächlich geworden. Genauso wie eine Ausweitung des Kopftuchverbots für muslimische Frauen oder die Verankerung von Bargeld in der Verfassung.

In gewisser Weise macht Politik jetzt Pause: Berater, die sich krampfhaft überlegen, welches Thema ein Regierungsmitglied oder ein Oppositionsvertreter aus dem Hut zaubern könnte, um eine populäre Schlagzeile zu bekommen, sind arbeitslos.

Politik bedeutet jetzt einzig und allein Krisenmanagement: Wie kann die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden? Wie kann das Gesundheitssystem die vielen Infizierten betreuen, die erwartet werden? Wie kann noch ein Gleichgewicht zwischen der Beseitigung persönlicher Freiheiten von uns allen sowie die Gewährleistung eines letzten Restes davon gefunden werden?

Doch noch einmal Hans aufs Herz: Auch wenn eine Quarantäne und andere Zwangsmaßnahmen für Betroffene extrem unangenehm sein können, ernsthaft aufregen kann man sich darüber nicht mehr. Über allem nämlich etwas viel Wichtigeres: das Leben.

Das Coronavirus ist kein Todesurteil, hat Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) vor einigen Tagen gesagt. Andererseits aber ist es verdammt gefährlich und daher ebenso ernst zu nehmen: Jüngere mögen es mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit überstehen. Aber wenn sie zum Beispiel Eltern oder Großeltern über 70 anstecken, dann ist das nur ein schwacher Trost; für sie ist das Virus wesentlicher bedrohlicher. Also: Passen Sie wirklich gut auf sich selbst und ihre Angehörigen auf!

Johannes Huber betreibt den Blog dieSubstanz.at – Analysen und Hintergründe zur Politik.

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