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Japans Regierung befürchtete Ende Tokios

Die japanische Regierung hat nach einem Bericht einer unabhängigen Untersuchungskommission zum Atomunfall von Fukushima auch Vorkehrungen zur Evakuierung Tokios getroffen. "Ich hatte dieses teuflische Szenario im Kopf", sagte der damalige Regierungssprecher Edano der Kommission. Wären alle Reaktoren in Fukushima und weitere Atomanlagen an Japans Ostküste explodiert, wäre "Tokio am Ende gewesen."

In dem 400 Seiten starken Bericht heißt es weiter, unmittelbar nach dem Unglück habe der Fukushima-Betreiber Tepco alle Mitarbeiter aus dem Kraftwerk abziehen wollen. Nur eine ausdrückliche Anweisung des damaligen Regierungschefs Kan habe dies verhindert. Den Experten zufolge wäre der Meiler ohne die verbliebenen Mitarbeiter in einem fortschreitenden Prozess weiter zerstört worden und hätte weitaus größere Schäden angerichtet, als dies ohnehin der Fall war.

Durch ein schweres Erdbeben und einen anschließenden Tsunami waren am 11. März 2011 ganze Landstriche im Nordosten Japans verwüstet worden. Im Atomkraftwerk Fukushima führte dies zum schwersten Atomunfall seit Tschernobyl. In einigen Reaktoren des Meilers fielen die Kühlsysteme aus, was Kernschmelzen und weiträumige Verstrahlungen nach sich zog. Dutzende Mitarbeiter blieben danach in dem Kraftwerk, um die Situation unter Kontrolle zu bringen.

Für ihren nun vorgestellten Bericht befragte die Untersuchungskommission rund 300 Menschen, die mit dem Unfall und seinen Folgen zu tun hatten. Die Experten erhielten außerdem Zugang zu Daten und Dokumenten im Zusammenhang mit dem Unglück. Laut dem Bericht sagte auch Kan, dass an Plänen zur Evakuierung großer Teile Japans gearbeitet worden sei. Allein in der rund 220 Kilometer von Fukushima entfernten Hauptstadt Tokio leben etwa 13 Millionen Menschen.

(APA)

 

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