Italien: Terrorangst trübt Osterfeierlichkeiten

Kolosseum &copy epa
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Schärfste Kontrollen aus Angst vor Terroranschlägen - Rom und Vatikan gelten als Ziel von Anschlägen - konkrete Warnung vor einer "Gruppe von Selbstmordattentätern".

Am Kolosseum in Rom hat sich am Freitag Abend unter strengsten Sicherheitsmaßnahmen die traditionelle Karfreitags-Prozession in Bewegung gesetzt. Papst Johannes Paul II. beobachtet die Zeremonie. Trotz nasskalten Wetters kamen Zehntausende Touristen und Pilger zur Via Crucis. Als Erinnerung an die Terroranschläge in Spanien übernahm auch ein Mädchen aus Madrid das Kreuz.

Die Zeremonie im Schein Tausender Fackeln erinnert an den Leidensweg Jesu Christi vor seiner Kreuzigung. Sie ist einer der Höhepunkte der Osterfeiern in Rom, die am Sonntag mit dem Segen „Urbi et Orbi“ enden. Aus Furcht vor Terroranschlägen ordneten die italienischen Behörden schärfste Kontrollen an. Sie wiesen vor allem auf eine besondere Terror-Gefahr am Ostersonntag hin.

Warnungen vor “Gruppe von Selbstmordattentätern”

Für Aufregung sorgte ein Bericht des Militärgeheimdienstes Sismi, der sich auf „hochqualifizierte Quellen“ im Nahen Osten bezog. Eine Gruppe von Selbstmord-Attentätern, die einen Anschlag in der „Ewigen Stadt“ verüben sollen, werde demnächst in Rom eintreffen, hieß es. Der Sprengstoff sei bereits in Italien. Bis 1. Mai setzte das Innenministerium alle Polizeizentralen in höchste Alarmbereitschaft. In Rom ist zu Ostern ein Flugverbot für Kleinflugzeuge erlassen worden. 23.000 Soldaten und Polizisten sind an den Osterfeiertagen zum Schutz der 13.000 „sensiblen Einrichtungen“ in Italien eingesetzt.

Nicht nur in Rom ist die Sorge vor Terroranschlägen groß. Sicherheitsvorkehrungen wurden auch rund um die größten Kirchen in Italien ergriffen, darunter die Markus-Basilika in Venedig und die Kathedrale Santa Maria Novella in Florenz.

Bwaffneten Polizisten auf Dächern des Vatikan

Der Vatikan hat zur Vorbeugung von Terroranschlägen in der Osterzeit schärfste Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Auf den Dächern des Vatikan wurden bewaffnete Polizisten eingesetzt, die den Petersplatz kontrollieren. Der Platz wurde am Samstag in mehrere Sektoren geteilt, zu denen die Pilger nur nach einer polizeilichen Kontrolle Zugang haben. Auch die Kanalisation des Vatikan wurde aus Sicherheitsgründen kontrolliert.

Die Vatikan-Behörden befürchten auch Aktionen isolierter fanatischer Fundamentalisten, wie vergangene Woche in der lombardischen Stadt Brescia, wo ein Marokkaner mit einem mit Gasflaschen beladenen Auto ein McDonald’s-Restaurant sprengen wollte. Die Aktion scheiterte, der Marokkaner kam jedoch bei der Explosion seines Autos um Leben.

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