Israel vermutet den Iran hinter Angriffen aus Gaza

Der israelische Ministerpräsident Netanyahu sieht Teheran als direkten Drahtzieher der anhaltenden Raketenangriffe aus dem Gazastreifen. "Der Iran steckt hinter dem, was in Gaza passiert", sagte Netanyahu am Mittwoch im Parlament. Nach anfänglichen Problemen wurde eine Waffenruhe zwischen militanten Palästinensern im Gazastreifen und Israel am zweiten Tag weitgehend eingehalten.


Noch bis in die Nacht zum Mittwoch waren aus dem Gebiet am Mittelmeer insgesamt acht Raketen und Mörsergranaten Richtung Israel abgefeuert worden. Eine der Raketen schlug auf einem Parkplatz zwischen Wohnhäusern in der israelischen Stadt Netivot ein und verletzte einen Mann.

Im Gazastreifen starb unterdessen ein Siebenjähriger an seinen am Montag erlittenen Verletzungen. Die Zahl der seit vergangenem Freitag getöteten Palästinenser erhöhte sich damit auf 26. Der Bursche sei bei einer Beerdigung für getötete palästinensische Kämpfer von einer verirrten Kugel getroffen worden, sagte der Sprecher des medizinischen Notdienstes, Adham Abu Selmeja.

Netanyahu nannte den Gazastreifen am Mittwoch einen “Vorposten des Irans”. Die Raketen, das Geld und die Ausrüstung der militanten Palästinenser würden alle von Teheran geliefert, das auch die Anweisungen gebe. Teheran spanne als Schutzpatron einen “Schirm” über die militanten Palästinenserorganisationen im Gazastreifen sowie die libanesische Hisbollah-Miliz. “Und jetzt stellen Sie sich vor, was passieren würde, wenn dieser Schirm atomar wird”, sagte Netanyahu in Jerusalem. “Hinter den Terrororganisationen würde ein Staat stehen, der zu unserer Zerstörung aufruft und mit Nuklearwaffen aufgerüstet ist.” Jeder verantwortliche Spitzenpolitiker müsse verstehen, “dass man das nicht geschehen lassen darf”.

Im Süden Israels begann sich das Leben unterdessen wieder zu normalisieren. Nach dreitägiger Unterbrechung öffneten Schulen und Kindergärten wieder.

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