Israel griff Syrien nach Mossad-Aktion in Wien an

Der israelische Luftangriff auf eine mutmaßliche syrische Atomanlage im September 2007 beruhte offenbar auf Informationen, die sich Israels Geheimdienst Mossad durch einen Einbruch in Wien verschaffte. Das berichtet die Tageszeitung "Der Standard" am Donnerstag unter Berufung auf das US-Magazin "The New Yorker".


Laut dem Blatt durchsuchten Mossad-Agenten am 7. März 2007 die Wiener Wohnung des Chefs der Syrischen Atomenergiebehörde, Ibrahim Othman. Dieser soll sich zu dem Zeitpunkt wegen eines Treffens der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in der österreichischen Hauptstadt aufgehalten haben. Auf seinem Computer sollen sie etwa drei Dutzend Farbfotos aus dem Inneren des verdächtigen Gebäudes gefunden haben, das sich zu diesem Zeitpunkt noch im Bau befand. Auf einigen seien auch nordkoreanische Arbeiter zu sehen gewesen.

Das erhärtete dem Bericht zufolge die Befürchtungen Israels, dass Syrien dort – mithilfe Pjöngjangs – einen Plutoniumreaktor nach Vorbild des nordkoreanischen Reaktors in Yongbyon baute. Wie angereichertes Uran kann auch Plutonium waffenfähig gemacht und für den Bau einer Atombombe verwendet werden. Die US-Regierung unter George W. Bush wurde von den Israelis eingeweiht. Sie lehnte es laut dem Blatt jedoch ab, selbst einen Angriff auszuführen, unter anderem wegen der Kriege im Irak und Afghanistan und möglicher Folgen für die Region.

Die Anlage wurde am 6. September 2007 durch israelische Kampfjets zerstört. Israel hat sich dazu bis heute nicht offiziell geäußert. Erst Anfang der Woche wies ein israelisches Kabinettsmitglied auf den Vorfall allerdings hin, um mit Blick auf die USA zu signalisieren, dass man auch gegen das iranische Atomprogramm alleine agieren könnte. Die IAEA hat noch nicht klären können, wozu die Anlage diente.

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