Iran zeigt sich im Atomstreit gesprächsbereit

Der Iran hat im Atomstreit mit dem Westen seine Kompromissbereitschaft bei der umstrittenen Anreicherung von Uran erneuert. Die iranischen Unterhändler seien gesprächsbereit, wenn der Iran Garantien erhalte, dass auf 20 Prozent angereichertes Uran für den Forschungsreaktor in Teheran aus dem Ausland geliefert werde, sagte Außenamtssprecher Ramin Mehmanparast am Samstag.


Der Sprecher äußerte sich zwei Tage vor einem Treffen der EU-Außenminister, bei dem die Sanktionen gegen den Iran verschärft werden sollen. Einen entsprechenden Vorschlag hatte Präsident Mahmoud Ahmadinejad bereits vor zehn Tagen unterbreitet. Die Details stehen noch nicht fest. Im Gespräch ist aber ein Importverbot für iranisches Erdgas. Die Öleinfuhren sind bereits verboten. Auch ein Exportverbot für spezielle Metalle und für Software für die petrochemische Industrie sowie ein Verbot für den Bau oder das Verchartern von Öltankern werden geprüft. Ebenfalls geplant sind auch weitere Einschränkungen im Finanzsektor.

Die Führung in Teheran gibt an, dass auf 20 Prozent angereichertes Uran nur für medizinische Zwecke wie beispielsweise die Behandlung von Krebspatienten genutzt wird. Uran kann auch für den Bau einer Atombombe verwendet werden, allerdings müsste das Material auf deutlich über 80 Prozent und mehr angereichert werden. Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Forschung an Atomwaffen zu arbeiten.

Die USA glauben unterdessen, nach einem Bericht des “Wall Street Journal”, dass die iranische Regierung hinter einer Offensive von Hackern gegen amerikanische Ziele steckt. Die Angriffe, bei denen Webseiten der Finanzinstitute durch massenhafte Abfragen lahmgelegt worden waren, könnten wegen besonderer Merkmale bis zur iranischen Regierung zurückverfolgt werden. Über die genauen Beweise schweigen sich die Beamten der Zeitung zufolge jedoch aus: Das sei geheim.

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