Irak: US-Soldaten fordern Verstärkung

US-Soldaten im Irak haben vom neuen Verteidigungsminister Robert Gates eine Verstärkung der Kampftruppen gefordert. "Wir brauchen hier wirklich mehr Leute", so Soldat Jason Glenn.

Mit einer größeren Truppenpräsenz könnten die Milizen lange genug in Schach gehalten werden, um die irakische Armee besser ausbilden zu können.

Keiner der Soldaten, mit denen Gates in Bagdad aß, forderte den Abzug der Truppen. Im Gegensatz zu ihren Kommandanten nannte auch keiner der Soldaten die Truppenstärke angemessen. Die Generäle hatten am Mittwoch gewarnt, eine Verstärkung der US-Einheiten könnte die Übergabe der Verantwortung an die Iraker verzögern.

Gates, der am Donnerstag auch Ministerpräsident Nuri al-Maliki treffen wollte, ließ im Gespräch mit den Soldaten offen, welche Strategie er Präsident George W. Bush empfehlen wird. Er sagte aber auch, dass die bisherigen Anstrengungen nicht ausreichten, den Krieg im Irak zu gewinnen. Die bessere Ausbildung der irakischen Sicherheitskräfte gilt als Schlüssel für eine vollständige Übergabe der Verantwortung an die Iraker und den Abzug der US-Truppen.

Die irakischen Sicherheitskräfte wurden am Donnerstag erneut Ziel eines Anschlags. Ein Selbstmordattentäter riss in Bagdad zehn Polizeischüler mit in den Tod. Die Polizei ist häufig Ziel sunnitischer Extremisten, die sowohl gegen die US-Truppen als auch gegen die von den Schiiten dominierten Sicherheitskräfte kämpfen. Im Gespräch mit Gates machten die US-Soldaten auch deutlich, dass sich ihre irakischen Kameraden durchweg als Iraker verstünden, während die Polizisten sich zuerst als Sunniten oder Schiiten sähen.

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