Irak: 24 Opfer willkürlicher Gewalt

Mehrere Akte willkürlicher Gewalt haben am Mittwoch zwei Ortschaften im Süden von Bagdad erschüttert. Die Anschläge waren gegen Mitarbeiter der Besatzungsverwaltung gerichtet.

In einem Bach bei Al Latifiya, rund 30 Kilometer südlich der Hauptstadt, starben 18 Männer und Jugendliche durch einen Stromschlag, als Unbekannte ein großes Kabel ins Wasser legten. Wie der Arzt Ali Abdel Hussein im Krankenhaus von Al Latifiya erklärte, hatten die Arbeiter an einer Kampagne zur Beseitigung schädlicher Wasserpflanzen teilgenommen. Einwohner vermuteten, Aufständische hätten die Arbeiter wegen angeblicher Zusammenarbeit mit den Besatzern getötet, weil derartige Kampagnen meist von der US-Zivilverwaltung organisiert würden.

Sechs weitere Zivilisten wurden am Mittwochmorgen nach Angaben von Ärzten in der nahe gelegenen Ortschaft Haswa bei zwei Angriffen von Unbekannten in ihren Autos erschossen, ohne dass zunächst ein Motiv ersichtlich gewesen wäre. In der weiter südlich gelegenen schiitischen Pilgerstadt Najaf, in der es in den vergangenen zwei Monaten wiederholt Kämpfe zwischen der Miliz des radikalen Schiiten-Predigers Muktada al Sadr und der US-Armee gegeben hatte, trafen am Mittwoch nach Angaben aus Sicherheitskreisen 475 Soldaten der neuen irakischen Armee ein. Diese sollten nach einem Abzug der Besatzungstruppen zusammen mit der Polizei für Sicherheit in der Stadt sorgen.

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