Internationale Sommerakademie Mozarteum

Bei den traditionsreichen Musikkursen in Salzburg werden mehr als 800 Studenten aus 50 Nationen in über 60 Meisterklassen unterrichtet.

Ein Bild der Toskana ziert den Prospekt der Internationalen Sommerakademie der Universität Mozarteum in Salzburg, und das hat zwei Gründe: Zum einen ist Salvatore Sciarrino Composer in Residence, hält Vorträge und leitet einen der insgesamt 63 Meisterkurse in 19 Fächern klassischer Musik. Zum anderen überlegt die Sommerakademie, die 2016 ihr 100-Jahr-Jubiläum feiert, einen Teil der Kurse in die Toskana auszulagern, so Akademieleiter Alexander Müllenbach heute, Mittwoch, in einem Pressegespräch.

Von 14. Juli bis 23. August 2008 finden sämtliche Kurse für die rund 800 Studierenden aus 50 Nationen aber in Salzburg statt. Neben den Zugpferden Solo-Gesang, Klavier und Violine hat Müllenbach heuer einen Schwerpunkt zeitgenössische Musik installiert und dafür neben dem Kompositionskurs von Sciarrino Seminare mit drei Salzburger Komponisten und einen Kurs mit Simone Fontanelli ins Programm genommen. Fontanelli wird die Studenten speziell im Lesen zeitgenössischer Partituren coachen. “Noten etwa von Berio oder Ferneyhough müssen wie ein Alphabet Buchstaben für Buchstaben entziffert werden, und Fontanelli liefert dazu die Gebrauchsanleitung”, so Müllenbach. “Nach wie vor gibt es Skepsis und Angst vor der zeitgenössischen Musik auch unter Studenten und Dozenten. Die Sommerakademie arbeitet am Kleiner-Werden dieser Vorbehalte.”

Das Traditionelle steht dennoch im Vordergrund bei der Sommerakademie am Mozarteum. So waren 2007 fast 700 der 800 Studenten mit Klavier, Singen und Violine beschäftigt. Unterrichtet werden die jungen Musiker heuer von Künstlern wie Edith Mathis, Edda Moser, Marjana Lipovsek, Kurt Widmer, Robert Levin, Igor Oistrach, dem Flötisten Peter-Lukas Fraf oder dem Klarinettisten Wenzel Fuchs. Selbst Stars wie Pierre-Laurent Aimard und Andras Schiff werden den Studenten “begegnen” und mit ausgewählten Talenten arbeiten.

Neben den Kursen gibt es 50 Akademie- und Dozentenkonzerte, drei davon im Renaissance-Schloss Höch im Pongau und eins davon, das Preisträgerkonzert, im Rahmen der Salzburger Festspiele. Die zweiwöchigen Kurse kosten 590 Euro, im Vorjahr wurden 120 Studenten mit Stipendien in der Gesamthöhe von 30.000 Euro unterstützt. Das seien im internationalen Vergleich eher günstige Konditionen, so Müllenbach.

2009 wird der Linzer Marimba-Wettbewerb nach Salzburg übersiedeln und hier alle drei Jahre stattfinden. 2006 haben 120 Marimba-Spieler aus 34 Nationen an dem in dieser Art weltweit einzigartigen Wettbewerb teilgenommen. Initiator und Marimba-Meister Bogdan Bacanu wird zudem einen der Marimba-Kurse abhalten und – ein laut Müllenbach wunderbarer Kollateral-Effekt – für ideale Buchungslage sorgen.

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