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Internationale Aids Konferenz in Wien

Mammutereignis ab Sonntagnach­mittag in Wien: Am Abend wird im Messe­zen­,trum in der Leopoldstadt die 18. Internationale Aids Konferenz (AIDS 2010) eröffnet.
400.000 Babys mit HIV geboren

Rund 25.000 Teilnehmer aus aller Welt werden erwartet, darunter 2.500 Medienvertreter. “Rechte hier und jetzt”, lautet das Generalmotto der Konferenz. Damit wird insbesondere auf die Menschenrechte im Zusammenhang mit HIV/Aids Bezug genommen. Ein zweiter Schwerpunkt ist die Situation in Osteuropa und Zentralasien, wo derzeit ein enormer Anstieg an HIV-Infektionen registriert wird.

Auch wenn in den westlichen Industriestaaten durch die modernen medikamentösen Therapien die Immunschwächekrankheit von einer tödlichen eher zu einer chronischen Erkrankung geworden ist, bleibt die Pandemie ein Riesenproblem: Bisher haben sich rund 60 Mio. Menschen mit HIV infiziert. Rund 25 Mio. Menschen sind an Aids gestorben. 33,4 Millionen Betroffene tragen das Virus lebenslang in sich. Nur rund fünf Mio. Betroffene bekommen eine Therapie, zehn bis 15 Mio. Menschen zusätzlich würden eine benötigen.

Was die alle zwei Jahre stattfindenden Welt-Aids-Kongresse von anderen (medizinischen) Großveranstaltungen unterscheidet ist der Mix aus Wissenschaft, Politik (Entwicklungs-, Menschenrechts-, Justiz-, Gesundheitspolitik) und den Anliegen der Betroffenen. Deshalb ist das gesamte Programm von AIDS 2010 in sechs Sektoren gegliedert: Grundlagenforschung, Klinische Forschung, Epidemiologie und Prävention, Sozialwissenschaften/Verhalten, Wirtschaft/Strategieforschung/Betreuung/Gesundheitswesen und schließlich Politik/Justiz/Menschenrechte/Politikwissenschaft.

Dies führt auch zu einem Aufmarsch von Prominenten aus Politik und Wirtschaft. So haben zum Beispiel Ex-US-Präsident Bill Clinton und Microsoft-Gründer Bill Gates ihre Beteiligung angekündigt. Gesundheitsminister zahlreicher Staaten reisen an. Worum es geht: Weltweit sollen die Menschen Zugang zu HIV-Prävention, Betreuung und allenfalls Therapie bekommen. In Osteuropa und Zentralasien soll es zum Aufbau von Versorgungsstrukturen kommen, die auch für Drogensüchtige erreichbar sind. In diesen Regionen breitet sich HIV besonders stark durch Spritzentausch beim intravenösen Drogenkonsum aus. Bei einem “Human Rights March” mit der britischen Sängerin Annie Lennox Dienstagabend soll speziell demonstriert werden, wie wichtig die Einhaltung der Menschenrechte für die Bekämpfung von HIV/Aids ist.

Unter dem Titel “Global Village” wird in der Halle A der Messe ein frei zugängliches, buntes Spektakel über die Bühne gehen, bei dem sich die Basisorganisationen, Betroffenenverbände und zahlreiche künstlerische Initiativen aus aller Welt der Öffentlichkeit präsentieren. Wie bei der Konferenz selbst liegt auch im globalen Dorf der Fokus auf “Rights Here, Right Now”.

Auf gut 8.500 Quadratmetern sind 1.000 Teilnehmer aus 80 Ländern angekündigt. 50.000 Besucher werden von den Organisatoren erwartet. Schließlich wird während der gesamten Konferenzwoche von 18. bis 23. Juli zu verschiedenen Darbietungen eingeladen, wobei ein Ziel die Vernetzung der verschiedenen Gruppen ist. Ausgewählt wurden die Projekte von einer internationalen Expertenjury aus 800 Einsendungen.

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