Inflationsraten laut Nowotny kein Problem

Nationalbank-Gouverneur und EZB-Rat Ewald Nowotny hat am Sonntag bekräftigt, keine Inflationsgefahr zu sehen. "Wir haben die Inflationsraten absolut im Griff", sagte der Notenbanker am Sonntag in der ORF-Pressestunde.


Kein reales Szenario sieht Nowotny in einem “Weginflationieren” der Schulden Europas durch mehr Inflation. Laut Prognosen der Europäischen Zentralbank (EZB) wird die Inflation in der Eurozone im kommenden Jahr wieder unter der 2-Prozent-Marke liegen.

Dessen ungeachtet warf FPÖ-Chef Strache Nowotny vor, im EZB-Rat dem deutschen Bundesbankchef Jens Weidmann “wider besseres Wissen in den Rücken zu fallen”, indem er mit den Südländern stimme und somit die Inflation in Österreich weiter vorantreibe.

Die derzeitige Politik der EZB führe zu einer schleichenden Enteignung aller Sparer, befand Strache in einer Aussendung. Die Österreicher würden durch den realen Wertverlust ihrer Sparguthaben alleine heuer an die 6 Mrd. Euro verlieren. Er forderte den Rücktritt des Notenbankchefs und ist weiter dafür, schwächelnde Staaten “zumindest vorübergehend aus dem Euro hinauszukomplimentieren”.

Bezüglich des Euro-Rettungsfonds ESM meinte Nowotny, dass das Hauptproblem die komplizierten und langwierigen Entscheidungsmechanismen sind, die die Auszahlung im Bedarfsfall stark verzögern könnten. Dass genügend Geld im Topf sein wird, bezweifle er nicht. “Die Kanone wird schon rechtzeitig aufgeladen”, so Nowotny. “Die Frage ist, ob sie losgehen kann, wenn man sie braucht.”

Allein Österreich hat, wie aus dem Finanzministerium bestätigt wurde, mit 890 Mio. Euro bereits die ersten zwei Kapitaltranchen in den ESM eingezahlt. Allerdings sei das Geld noch nie eingesetzt worden, “getestet ist das noch nicht”, so Nowotny. Das Problem sei, dass die Entscheidungen im Rahmen des ESM in der Regel einstimmig getroffen werden müssten – und jeder einzelne der 17 Staaten könnte mit seinem Veto die Auszahlung gefährden.

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