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Im Zeichen schräger Vögel

Der „Ball des schlechten Geschmack’s“, eine schon traditionelle Gegenveranstaltung zum Fest in der Oper, hat einen erfolgreichen Relaunch im Wiener Rabenhof gefeiert.

Schräge Vögel in schrillen Kostümen, russische Militärtanzmusik und Variete-Einlagen prägten den Abend. „Osama Bin Laden“, der sich jedoch zur Unkenntlichkeit verkleidet hatte, und „Adolf Hitler“ prämierten die geschmacklosesten Outfits. Die 60-jährige Ilma Colette setzte sich bei harter Konkurrenz durch.

Das Theater im Rabenhof war zum Ballsaal umgebaut worden, Tini Trampler alias Wilma von Dovestone führte als Ballmutter nicht nur durchs Programm, sondern versetzte auch noch mit ihrer „Dreckige Lieder Combo“ die Gäste ins Staunen. Und die Besucher hatten sich wirklich einiges einfallen lassen: So wurde die Dress der österreichischen Fußballnationalmannschaft ebenso als geschmacklos denunziert wie Frack, Dirndl und Tommy-Hilfinger-Pullover. Einige kamen als US-Wrestler ausgestattet, andere als Strizzis, in die amerikanische Flagge gehüllt oder in Polizeiuniform.

Zum Thema Geschmack nahm Schauspieler Hubsi Kramer, einmal mehr als Parodie auf Adolf Hitler unterwegs, im Gespräch mit der APA Stellung: „Der Opernball war für mich immer ein perverser Rausch. Ich finde es schade, dass Leute, die über so viele finanzielle Mitteln verfügen, sich so räudige Sachen anziehen. Die Männer haben durch den Frackzwang keine Alternativen, aber die Frauen könnten doch wenigstens Stil beweisen. Der Opernball drückt wohl die geistige Befindlichkeit dieses Landes aus…“

Als Liebling der Kameraobjektive entpuppte sich rasch die zu Recht prämierte Ilma Colette, die ihr grünes Kostüm, einen Schlapphut, der die feinen Damen in Ascot vor Neid erblassen ließe, und einen Käfig samt Plastikvogel stolz präsentierte. „Den hat mein Sohn meinem Enkerl zu Weihnachten geschenkt“, erklärte die lustige wie reizende 60-Jährige. „Ich habe mir gleich gedacht, dass ich mit diesem Vogel den Vogel abschießen werde!“

War bei den Showeinlagen die Stimmung zum Teil noch etwas gedämpft, entwickelte sich der Ball spätestens zu den Klängen der russischen Militärtanzmusik, aufgelegt von Wladimir Kaminer und Alexander Petlura, zu einem rauschenden Fest. Da wippten aufblasbare Brüste, Pipi-Langstrumpf-Zöpfe und selbst der angebliche „Osama“ im Takt der Rotarmee. Die 60-Jährige Colette fasste zusammen:
„Schlechter Geschmack ist gar nicht schlecht. Solche Veranstaltungen halten einfach jung.“

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