Im Forschungsreaktor der TU Wien werden Brennstäbe getauscht

Im Prater wird der Forschungsreaktor schon auf den Austausch der Brennstäbe vorbereitet.
Im Prater wird der Forschungsreaktor schon auf den Austausch der Brennstäbe vorbereitet. ©APA
Auf dem Gelände des Atominstituts der TU Wien im Prater stehen bereits ein Kran und Hebebühnen, Sicherheitspersonal samt Schäferhund patrouillierte am Montagnachmittag. Der Grund: Die Brennstäbe im Forschungsreaktor sollen ausgetauscht werden.
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Die TU hatte bereits im September erklärt, dass der Austausch der Brennstäbe noch im laufenden Jahr erfolgen soll. “Wir bereiten uns auf den Tausch der Brennelemente vor, der in den nächsten Wochen stattfinden wird”, sagte eine Sprecherin der TU Wien auf Anfrage der APA. Sie bestätigte, dass es derzeit und “bis auf weiteres” aufgrund von Sicherheitsmaßnahmen einen eingeschränkten Zutritt zum Atominstitut gebe, die Mitarbeiter seien darüber informiert und Vorlesungen verlegt worden.

Nach Angaben der TU handelt es sich um einen regulären Tausch der Brennelemente. Sollten diese nicht erneuert werden, müsste der Reaktor bis 2016 stillgelegt werden. Mit neuen Brennstäben soll er bis mindestens 2025 weiter betrieben werden.

Atominstitut in Wien seit 1958

Das Atominstitut wurde 1958 als interuniversitäres Institut gegründet und 1962 an seinem heutigen Standort im Prater mit der Inbetriebnahme des TRIGA Mark II Forschungsreaktors eröffnet. Für die TU ist der Reaktor ein “wesentliches Grundlagenforschungsinstrument”, das in- und ausländischen Forschern als Neutronenquelle dient und auch für die Ausbildung von Atominspektoren eingesetzt wird. Weltweit sind nach Angaben der TU mehr als 50 Reaktoren dieses Typs in Betrieb, zehn davon in Europa.

Der Reaktor hat eine maximale Dauerleistung von 250 Kilowatt (kW). Zum Vergleich: Die thermische Leistung des AKW Temelin entspricht 3.000 Megawatt, also 12.000 Mal so viel. Für Sekundenbruchteile kann die Leistung auf Spitzen von 250 Megawatt gepulst werden.

104 Brennelemente im Prater

In Summe gibt es derzeit 104 Brennelemente, die in den vergangenen 50 Jahren angeliefert wurden. 66 Stück davon stammen noch aus dem Jahr 1962. Um den Abbrand des Urans im Laufe der Jahre zu kompensieren, wurden weitere Brennelemente nachgekauft. Derzeit befinden sich 83 Brennelemente im Reaktorkern. Von den 104 Brennelementen sollen 91 zurück in die USA transportiert werden, 13 frische bzw. noch wenig abgebrannte Brennstäbe bleiben in Wien. Aus den USA werden 77 neue Brennstäbe angeliefert, deren Transport per Schiff nach Koper (Slowenien) und per Lastwagen nach Wien erfolgt.

Der Großteil der Brennelemente, die einen Durchmesser von knapp vier Zentimeter und eine Länge von rund 72 Zentimeter haben, enthält jeweils 38 Gramm Uran-235 und ist mit 20 Prozent nur gering angereichert. Neun Anfang der 1970er Jahre angekaufte Brennstäbe sind mit einem Urangehalt von je 135 Gramm bzw. 70 Prozent hochangereichert – diese wurden damals gekauft, um sie länger nutzen zu können. (APA)

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