Historiker zweifelt ersten Motorflug an

Für neuen Zündstoff im jahrzehntelangen Streit um den ersten Motorflug der Welt hat der Braunschweiger Luftfahrthistoriker John Brown gesorgt. Brown ist nach 14-monatiger Forschung davon überzeugt, dass der aus Deutschland stammende Gustav Weißkopf bereits zweieinhalb Jahre vor den Gebrüdern Wright zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit mit einem Motor betriebenen Fluggerät abgehoben hat.


Entsprechende Belege legte Brown am Samstagabend im Geburtsort Weißkopfs in Leutershausen (Bayern) vor. Bisher galten die US-amerikanischen Gebrüder Wright als erste Motorflieger der Welt.

Brown, der zugleich Flugzeugbauer ist, beruft sich auf historische Zeitungsberichte und ein allerdings nur verschwommenes Bild von Weißkopfs Motorflug am 14. August 1901 in Bridgeport/USA. Bisher hatte es nur eine Zeitungslithographie von dem Bild gegeben. Historiker hatten wegen eines fehlenden Foto-Belegs und aus anderen Gründen bisher Weißkopfs Pioniertat in Zweifel gezogen. Mit der entdeckten historischen Fotografie und anderen neuen Indizien, seien “nun die begründeten Zweifel an Weißkopfs motorisiertem Erstflug ausgeräumt”, betonte der gebürtige Australier.

Weißkopfs Pioniertat erkannte noch am Abend Paul Jackson an, der Herausgeber der angeblich wichtigsten luftfahrthistorischen Zeitschrift “Jane’s All the World’s Aircraft”. In einer aus Großbritannien live in den Leutershauser Rathaussaal übertragenen Stellungnahme ernannte Jackson Gustav Weißkopf offiziell zum ersten Motorflieger der Welt. Zuvor hatte er bereits auf seiner Webseite Weißkopfs Pioniertat gewürdigt. Wörtlich heißt es dort: “Verzögerte Gerechtigkeit ist verweigerte Gerechtigkeit” und “Die zweite Maus bekommt den Käse: Weißkopf hat die Arbeit gemacht, die Wrights haben abgesahnt.”

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