Helmut Elsner aus Wiener Wilhelminenspital nach Hause entlassen

Helmut Elsner hat am Mittwochvormittag das Wiener Wilhelminenspital verlassen. Aus Sicht des Spitals gab es keinen Grund, ihn länger im Krankenhaus zu behalten , teilte die Sprecherin des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV), Andrea Danmayr, mit.
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Der ehemalige BAWAG-Generaldirektor Helmut Elsner wurde am Mittwochvormittag 10.00 Uhr von seiner Ehefrau Ruth abgeholt, die ihn in einem privaten Fahrzeug nach Hause brachte.

Wie KAV-Sprecherin Danmayr erklärte, waren dabei auf Elsners ausdrücklichen Wunsch keine Journalisten anwesend: Das Ganze hat völlig unbemerkt von der Öffentlichkeit stattgefunden.

Ruth Elsner: “Er braucht jetzt Ruhe”

Ruth Elsner wollte zur Entlassung ihres Mannes nicht Stellung beziehen: “Ich möchte dazu nichts sagen. Mein Mann ist ein Patient. Er braucht jetzt Ruhe.” Die Ehefrau von Helmut Elsner ersuchte um Verständnis, dass es im Hinblick darauf zunächst keine Medienkontakte geben wird. Der ehemalige BAWAG-Generaldirektor werde vorerst für keine Interviews zur Verfügung stehen.

Der im BAWAG-Prozess wegen Untreue zu zehn Jahren Haft verurteilte Ex-BAWAG-Chef hat sich seit Februar 2007 in Haft befunden, ehe der Herzkranke am vergangenen Freitag wegen Haftunfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen auf freien Fuß gesetzt wurde. Er hat in den vergangenen Tagen im Wilhelminenspital, in das er am 22. Juni von der Justizanstalt Wien-Josefstadt überstellt worden war, noch ein Untersuchungs- und Behandlungsprogramm durchlaufen. So wurde eine Blutgerinnungsanalyse und -einstellung vorgenommen.

Der 76-Jährige habe zuletzt auch Infusionen erhalten, bestätigte KAV-Sprecherin Andrea Danmayr. Der Patient werde weiter engen Kontakt zu seinem behandelnden Arzt halten, der ihn schon mehrfach im Wilhelminenspital betreut hatte.

Elsners Reha “eher im Ausland” geplant

Nach seiner Entlassung aus dem Wilhelminenspital wird Helmut Elsner möglicherweise schon in der kommenden Woche eine ihm ärztlich dringend empfohlene mehrwöchige Kur in einem Herz-Kreislauf-Rehabilitationszentrum antreten, die “eher im Ausland” stattfinden wird, wie sein Verteidiger Jürgen Stephan Mertens erklärte.

Zunächst bleibt der Elsner aber ein paar Tage in seinem neuen Zuhause, das seine Ehefrau nach dem erforderlichen Auszug aus dem ehemaligen BAWAG-Penthouse in der City in der Bundeshauptstadt angemietet hat. Das Ehepaar Elsner verbringt derzeit erstmals seit viereinhalb Jahren – der 76-jährige Ex-BAWAG-Chef war im Februar 2007 in U-Haft genommen worden – gemeinsame ungestörte Stunden.

“Es sind mehrere Reha-Plätze im In- und Ausland in Auswahl. Wo sich Herr Elsner behandeln lassen wird, wird sich relativ kurzfristig entscheiden”, gab Rechtsbeistand Mertens am Mittwoch zum weiteren Prozedere bekannt. Ruhe sei jetzt das Wichtigste für seinen Mandanten. Insofern liege ein Reha-Platz im Ausland nahe, da Elsner dort keinen Prominenten-Status genieße und weniger Aufsehen und Interesse bei Mitpatienten als in der Heimat auslösen werde.

Aus Sicht der Justiz spricht nichts gegen einen Auslandsaufenthalt des Ex-BAWAG-Chefs, wie der Sprecher des Straflandesgerichts, Christian Gneist, erläuterte. Helmut Elsner musste seinen Reisepass nicht abgeben, “da er auf Basis eines rechtskräftigen Beschlusses in den nächsten acht bis zehn Monaten aufgrund medizinischer Gutachten strafvollzugsuntauglich ist”. Sollte die Justiz nach Ablauf der Frist eine Untersuchung anordnen, um zu klären, ob der 76-Jährige weiter nicht haftfähig ist, vertraue man darauf, dass Elsner zu diesem Termin erscheinen werde, stellte Gneist fest.

(apa)

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