Heinisch-Hosek für Kürzung von Elternteilzeit

Frauenministerin Heinisch-Hosek, die sich seit längerem gegen Teilzeit als Dauerlösung ausspricht, kann sich vorstellen, den Rechtsanspruch auf Elternteilzeit zu verkürzen. "Man muss besprechen, ob dieser Rechtsanspruch noch zeitgemäß ist", sagte sie im "Standard". Diskutieren will die Ministerin konkret darüber, dass der Anspruch vom siebenten Lebensjahr des Kindes auf das vierte reduziert wird.

“Wann immer ich Betriebsbesuche mache, höre ich, dass die lange Dauer der Elternteilzeit sehr herausfordernd ist für die Arbeitgeber”, meinte Heinisch-Hosek. Mit dem vierten Lebensjahr des Kindes ende der Kündigungsschutz, und “diese beiden Fristen parallel zu schalten wäre eine Möglichkeit”.

ÖAAB-Entsetzen über Elternteilzeit-Vorschlag

Gar nicht begeistert von dem Vorschlag ist der ÖVP-Arbeitnehmerbund ÖAAB. “Der 1. Mai ist vorbei und schon will Heinisch-Hosek ein Arbeitnehmerrecht kürzen”, erboste sich ÖAAB-Generalsekretär Lukas Mandl am Mittwoch. Die Elternteilzeit sei ein hart erkämpftes Arbeitnehmerrecht im Interesse der Kinder, der arbeitenden Eltern und der gesamten Gesellschaft.

“Die Frauenministerin ist am Holzweg”, findet auch die Grüne Frauensprecherin Judith Schwentner. “Teilzeitbeschäftigte brauchen mehr, nicht weniger Rechte. Gefragt ist jetzt ein Recht auf ein garantiertes Mindestmaß an Stunden in Teilzeit, von dem Frauen und Männer leben können, und nicht eine Aufweichung des Kündigungsschutzes.”, so Schwendtner.

Unterstützung von der Industriellenvereinigung

Unterstützung ehält Heinisch-Hosek bei der Industriellenvereinigung. “Der aktuelle Elternteilzeitanspruch bis zum siebenten Lebensjahr des Kindes führt in der betrieblichen Praxis vielfach zu Problemen”, erklärte Generalsekretär Christoph Neumayer am Mittwoch. Auch die Wirtschaftskammer sieht sich durch Heinisch-Hoseks jüngste Aussagen zur Elternteilzeit in ihrer Kritik an diesem Modell bestätigt.

 

  • VIENNA.AT
  • Heinisch-Hosek für Kürzung von Elternteilzeit
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen