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Hausdurchsuchungen bei Brauereien: Fohrenburger nicht betroffen

Bludenz, Salzburg, Wien - Bei heimischen Brauereien wurden Anfang dieser Woche Hausdurchsuchungen und Ermittlungen wegen Verdachts auf wettbewerbswidriges Verhalten durchgeführt, bestätigte heute, Dienstag, ein Sprecher der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) der APA. Medienberichten zufolge soll auch die Vorarlberger Fohrenburger Brauerei im Visier der Ermittler stehen, diese sei von den Hausdurchsuchungen jedoch nicht betroffen, so das Unternehmen gegenüber VOL.

Details wollte der Sprecher nicht nennen. Durchgeführt werden die Ermittlungen von der BWB in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei. Betroffen sind Ottakringer und Stiegl, wird aus Brauerei-Kreisen bestätigt. Bei Ottakringer gab es am Montag Hausdurchsuchungen, bei Stiegl finden derartige Ermittlungen am Dienstag statt.Vorwürfe der Preisabsprachen werden von der Branche zurückgewiesen.

Hauptstoßrichtung ist laut Medienberichten die Nicht-Belieferung von Cash & Carry-Märkten mit Fassbier. Die Wettbewerbsbehörde vermutet Preisabsprachen, der Fassbierpreis soll pro Liter um bis zu 70 Prozent höher sein als jener von Flaschenbier.

Fassbierpreise: Branche weist Vorwürfe zurück

Die Branche weist die Vorwürfe der Preisabsprachen zurück. Der größte österreichische Erzeuger Brau Union, der laut “Oberösterreichischen Nachrichten” (OÖN) als Kronzeuge zur Verfügung steht, hat gestern wie berichtet in einer Pressemitteilung erklärt, man werde zur Aufklärung der Vorwürfe mit der Bundeswettbewerbsbehörde kooperieren, “aber auch mit allen Mitteln ungerechtfertigte Anschuldigungen – wie den Vorwurf von Preisabsprachen bei Fassbier – zurückweisen”.

Fohrenburger von Hausdurchsuchungen nicht betroffen

Im Visier der BWB sollen laut “ÖON” vom Wochenende neben Brau Union, Stiegl-Brauerei und Ottakringer auch die Eggenberger Brauerei Vorchdorf, die Kärntner Hirter, die steirische Murauer, die Vorarlberger Fohrenburger Brauerei sowie Egger Bier St. Pölten sein. Der Großmarkt Pfeiffer werde mittlerweile in einem dreimonatigen Testlauf von der Brau Union mit Fassbier beliefert. Die Fohrenburger Brauerei sei von besagten Hausdurchsuchungen derzeit jedoch nicht betroffen, so das Unternehmen mit Sitz in Bludenz gegenüber VOL.

Hausdurchsuchungen gab und gibt es auch bei der Brau Union nicht, wie es aus der Firma zur APA hieß. Daneben dürften die kleineren Brauereien wie etwa die Hirter Brauerei nicht betroffen sein. Es gebe keine Hausdurchsuchungen, sagte Hirter-Geschäftsführer Dietmar Kert.

Stiegl-Brauerei: “Keine Kenntnis von Preisabsprachen”

Die Stiegl-Brauerei betont heute in einem Statement zunächst, “dass sie keine Kenntnis von Preisabsprachen irgendeiner Art hat und an solchen Absprachen weder beteiligt war noch ist”. Auch die Salzburger Brauer betonen die Wichtigkeit von Qualität. Stiegl sei der Ansicht, dass ein Markenartikelhersteller selbst entscheiden soll, “wer seine Produkte vertreibt und welche Vertriebspartner diese hohen Qualitätsansprüche aufgrund ihrer Struktur auch gewährleisten können”.

Die Nicht-Belieferung von Großverbrauchermärkten mit Fassbier gehe auf einen Beschluss des Brauereiverbandes im Jahr 1999 zurück. Hintergrund seien primär “Qualitätsbedenken” gewesen. Auch Ottakringer-Vorstandschef Sigi Menz weist den Vorwurf der Preisabsprachen massiv zurück. Man habe Interesse, das Bier mit größtmöglicher Qualität und Hygiene zum Konsumenten zu bringen.

(APA; Redaktion)

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