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Handgranatenmord in Wien: Ein Geständnis nach drei Festnahmen

Im Inneren des Autos, in dem die Granate explodierte.
Im Inneren des Autos, in dem die Granate explodierte. ©LPD Wien
Der "Handgranatenmord" in Wien-Ottakring mit zwei Toten in einem BMW dürfte geklärt sein: Am Donnerstag sind drei Personen festgenommen worden. Ein Verdächtiger hat laut Polizei zugegeben, im Jänner die tödlichen Schüsse auf sein im Auto sitzendes Opfer abgegeben und den Sprengsatz, der den zweiten Mann tötete, gezündet zu haben. Das genaue Motiv sei noch unklar, aber es ging "um Geld".
Details zu den Festnahmen
Drei Festnahmen nach Fall
Bilder vom Vorfallsort in Wien
Hinweise auf flüchtige Täter

Der Zugriff durch Beamte der Spezialeinheit EKO Cobra erfolgte in Oberösterreich und Salzburg. Gestern gegen 15.30 Uhr klickten bei Mattighofen (Bezirk Braunau) für den Serben Dejan V. (29) die Handschellen “auf der Straße in der Öffentlichkeit”, sagte Gerhard Haimeder vom Landeskriminalamt Wien (LKA).

Ein Geschwisterpaar, ein 34 Jahre alter Mann aus der Umgebung der Stadt Salzburg und eine 42 Jahre alte Frau aus Wien, wurde gegen 15.45 Uhr in einer McDonalds-Filiale in Eugendorf (Flachgau) festgenommen. Renata und Kristijan H. sind laut den Ermittlern österreichische Staatsbürger mit kroatischen Wurzeln. Der 34-Jährige habe bei der ersten Befragung durch Wiener Ermittler zugegeben, die Schüsse abgegeben und die Granate gezündet zu haben. Dejan V. wurde durch die Explosion verletzt, das “typische Verletzungsmuster” belege seine Anwesenheit am Tatort und somit seine Beteiligung am Verbrechen, hieß es seitens der Polizei.

Explosion in Wien-Ottakring im Jänner

Auf das Trio sei man durch “Umfelderhebungen mit der Wirtschaftspolizei” gekommen. Die Verdächtigen hatten mit den Opfern Geschäftsbeziehungen, sagte Chefinspektor Ernst Hoffmann vom LKA. Es “ist um Geld gegangen”. Steuerschulden sollen mit dem Tatablauf nichts zu tun haben. “Die Wirtschaftspolizei hatte Firmen der Beteiligten durchleuchtet”, berichtete Hoffmann.

Die Tat war in der Nacht auf den 11. Jänner verübt worden. Ein Zeuge hörte die Explosion in der Odoakergasse und verständigte die Polizei. Die Beamten fanden in dem BMW einen toten Oberösterreicher mit bosnischen Wurzeln auf der Fahrerseite sowie einen schwerverletzten Deutschen am Beifahrersitz. Der Deutsche starb kurze Zeit später.

Sprengkörper war Defensivgranate

Die Obduktion ergab, dass der Kommunalpolitiker aus Mondsee zunächst durch drei Schüsse aus einem Revolver getötet worden war, ehe die Handgranate explodierte. Der Deutsche wurde durch die Explosion tödlich verletzt. Die Tatwaffe – angeblich ein Revolver amerikanischen Fabrikats – wurde bisher nicht sichergestellt, hieß es am Freitag.

Laut den Ermittlern wurden zahlreiche Liegenschaften durchsucht und dabei technische Geräte sichergestellt. Bei der Handgranate soll es sich um eine Defensivgranate aus dem ehemaligen Jugoslawien handeln.

Als Hintergründe für die Bluttat wurden immer wieder dubiose Diesel-Geschäfte der Opfer genannt. Gegen den durch die Explosion getöteten deutschen Geschäftsmann hatte die Staatsanwaltschaft Wien jedenfalls seit Dezember 2013 wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung bei Dieselimporten ermittelt.

Ermittlungen laufen weiter

Bei den Geschäften ging es um nicht versteuerte Dieselimporte und den Verkauf des Treibstoffs. Die Polizei sprach von einer “Dimension von 600.000 bis 700.000 Euro”, beim Landesgericht Wien gab es ein Finanzstrafverfahren.

Ob die Bluttat tatsächlich mit Mineralölsteuerbetrug zusammenhing, müsse laut den Ermittlern “noch abgeklärt werden”. Im Kofferraum des explodierten Fahrzeugs fanden die Ermittler mehrere leere Kanister, deren Herkunft sei weiterhin unklar.

(APA)

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