Häupl im Wahlkampfmodus: Bildungscampus in Aspern eröffnet

Häupl lobte den Bildungscampus als "Experimentierfeld Bildungspolitik"
Häupl lobte den Bildungscampus als "Experimentierfeld Bildungspolitik"
Die Händeschüttelrunde von Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) fiel am Dienstag bei der Eröffnung des neuen Bildungscampus in der Seestadt Aspern besonders groß aus - nicht nur, weil Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) ein paar Minuten zu spät dran war, sondern auch, weil sich die bevorstehende Wien-Wahl immer deutlicher zu spüren ist.


Denn es gebe trotz des natürlich “außerordentlich wichtigen” Flüchtlingsthemas “auch noch andere Themen, die wichtig sind”, wie der Stadtchef bei seinem wöchentlichen Pressegespräch, das diesmal in die Donaustadt verlagert wurde, betonte. Also lobte Häupl den Bildungscampus als “Experimentierfeld Bildungspolitik”, plauderte freundschaftlich mit den ebenfalls anwesenden Aktivisten, die sich – unterstützt von einem Transparent – eine S-Bahnstation Lobau wünschten, posierte mit Kindern und gab sich auch in Sachen Bildungsreform auf Bundesebene optimistisch. Wenn man sich mit dem Regierungspartner auf alle Fragen der Inhalte, der Form – beispielsweise der Schulautonomie – geeinigt habe, “kann ich mit nicht vorstellen, dass es daran scheitert, wer die Gehaltsschecks der Lehrer unterschreibt – sonst halten sie uns für völlig übergeschnappt”, meinte er.

Das Stadtentwicklungsgebiet Seestadt wurde ebenfalls mit Lob und Lorbeeren bedacht: “Für das werden wir von unseren Kindern noch auf die Schulter geklopft bekommen”, prophezeite der Bürgermeister, bevor er zur feierlichen Durchtrennung des roten Bandes des bereits fünften Bildungscampus in Wien schritt. Weitere neun Standorte, die Kindergarten und Schule verschränken, sind noch geplant, wie Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ) anmerkte.

Weniger freundliche Worte fand der Stadtchef dagegen erneut für die Freiheitlichen: “Hier steh’ ich nun und kann nicht anders”, intonierte er seine inzwischen fast ein bisschen zur Routine gewordene Garantie, nicht mit der FPÖ koalieren zu wollen. Denn eines der wenigen Dinge, bei denen er mit FPÖ-Spitze Heinz-Christian Strache übereinstimme, sei, dass beide gegen die Zwangsehe seien.

“Daher sehe ich nicht ein, wenn es keine inhaltliche und keine emotionelle Grundlage gibt, warum man sich in eine politische Zwangsehe begeben sollte.” Denn wen Bilder wie jenes des ertrunkenen Flüchtlingsbuben nicht berühren würden, “der hat kein Herz und keine Seele”, erklärte Häupl. Am Wahlabend wolle er jedenfalls nicht “den Hut drauf hauen”, sondern für jedes Ergebnis die Verantwortung tragen. “Das gehört auch dazu, dass man dann nicht sagt, jetzt bin ich beleidigt auf das Volk, jetzt laufe ich weg.” Von der Führung durch den neuen Bildungscampus verabschiedete sich der Bürgermeister dann dennoch recht schnell – der Wahlkampf rief anderen Ortes.

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