Gschwandner in Wien-Hernals wird als Reaktor zur Kulturlocation

Der Gschwandner soll ab Februar 2018 in altem Glanz erstrahlen.
Der Gschwandner soll ab Februar 2018 in altem Glanz erstrahlen. ©REAKTOR
Das Grand Etablissement Gschwandner im 17. Wiener Bezirk wurde im 19. und 20. Jahrhundert für Bälle, Ausstellungen, Konzerte und Vorträge genutzt. Nachdem es ab 1960 als Radiofabrik und danach als Requisitenlager gedient hatte, wird dem Gschwandner unter dem Namen Reaktor nun neues Leben als Veranstaltungszentrum eingehaucht.
Reaktor in Wien-Hernals

Das Gebäude in der Geblergasse 40 im 17. Wiener Gemeindebezirk ist von außen unscheinbar und etwas heruntergekommen. Man würde nicht vermuten, dass sich hinter der bröckelnden Fassade ein großer Ballsaal im klassizistischen Stil befindet. Durch eine versteckte Türe gelangt man ins Innere des Gebäudes. Hohe Räume, stuckverzierte Decken und große, runde Fenster lassen den alten Glanz des Gschwandners vermuten. Im Jahr 1838 wurde das Gschwandner von der gleichnamigen Familie als Heuriger eröffnet. Damals befanden sich rund um das Gebäude noch Weinberge. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte es sich zum Grand Etablissement Gschwandner, in dem Bälle, Ausstellungen, Konzerte und Vorträge stattfanden.

Reaktor in Wien-Hernals als Begegnungsort

Diesen Zweck als Kulturzentrum soll das Gschwandner ab Februar 2018 wieder erfüllen. Der Filmregisseur und Produzent Bernhard Kammel hat das Gebäude gekauft und macht daraus mit seinen künstlerischen Leitern Anna Resch und Sebastian Jobst den Reaktor. Als Kunstzentrum sollen hier Konzerte, Ausstellungen und Performances Raum bekommen. Auch ein Kino wird im Reaktor eingerichtet. “Das Gschwandner war früher ein Ort, wo viele Menschen zusammengekommen sind. Der Reaktor soll auch ein Begegnungsort sein”, erklärt Sebastian Jobst.

Ehemaliges Gschwandner mit Kunst- und Kulturprogramm

Jahrzehntelang war das Gschwandner kein Begegnungsort, sondern wurde ab 1960 als Radiofabrik und danach als Requisitenlager genutzt. “Ich glaube, dadurch ist das Gschwandner ein bisschen in Vergessenheit geraten”, meint Anna Resch. Nun soll das Gschwandner wieder in altem Glanz erstrahlen. Bei der Renovierung des Gebäudes wird darauf geachtet, die alte Substanz zu erhalten. Die drei Säle des Gebäudes bieten 1.200m² Ausstellungs- und Veranstaltungsfläche. Einerseits soll hier ein Kunstprogramm geboten werden, das sich aus Musik, bildender Kunst, Tanz, Literatur sowie Film auseinandersetzt. Andererseits werden die Räumlichkeiten auch vermietet, wodurch sich wiederum das Programm des Reaktors finanzieren soll.

Reaktor als Kunstzentrum außerhalb der Wiener Kernstadt

Mit dem Reaktor wird ein Kunst- und Kulturzentrum außerhalb der Wiener Kernstadt entstehen. “Ich glaube, es tut dem Stadtgefüge gut, wenn es auch außerhalb Kulturorte gibt und sich nicht alles im Zentrum ballt”, so Jobst. Mit einem vielfältigen Programm sollen möglichst viele kunst- und kulturinteressierte Menschen in den 17. Bezirk gelockt werden. Dabei konzentriert sich der Reaktor nicht nur auf zeitgenössische Produktionen, sondern bietet auch klassische Konzerte. Die Wiener Symphoniker machen im Rahmen ihrer Grätzelkonzerte am 1. Februar Halt im Reaktor.

Eröffnung des Reaktors im Februar 2018

Der Reaktor wird am 16. und 17. Februar eröffnet. Dabei wird versucht, eine Brücke vom Gschwandner des 19. Jahrhunderts zum neuen Reaktor zu schlagen: So werden die “Gschwandner Tänze” von Friedrich Cerha wiederaufgeführt. Anschließend führt die Aufführung einer Neukomposition von Franz Hautzinger in die musikalische Zukunft des Reaktors. Außerdem findet im Kinosaal des Reaktors die Österreich-Premiere von Bernhard Kammels Spielfilm “Elysium Hernalsiense” statt. Szenen des Films wurden im ehemaligen Gschwandner gedreht.

Weitere Informationen auf der Homepage des Reaktors.

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