Grünen-Kritik an Erdogan-Besuch in Wien- zudem auch Öffis beeinträchtigt

Der türkische Premier Erdogan bei einem Auftritt Anfang Juni
Der türkische Premier Erdogan bei einem Auftritt Anfang Juni ©AP
Grünen-Chefin Eva Glawischnig sieht dem Auftritt des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Wien kritisch entgegen. Die Planung läuft indessen auf Hochtouren - tausende Menschen werden dem Auftritt Erdogans beiwohnen, auch per Videowall. Zudem gibt es umfassende Beeinträchtigungen der Wiener Öffis.
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Erdogan sei bisher “nicht als Mann der Versöhnung aufgefallen, sondern als jemand, der mit seinen Reden einen Keil in die Gesellschaft treibt und spaltet”.

Dies verlautbarte Glawischnig am Dienstag in einer Aussendung. Österreich als Rechtsstaat “kann und soll seinen Auftritt nicht verhindern”, ein mit Pomp inszenierter Wahlkampfauftritt sei aber nicht begrüßenswert, so die Grünen-Chefin.

Erdogan: “Gift für das Zusammenleben”

Eine Rede des türkischen Premiers, in der er in polarisierender Manier von “den Europäern” und “den Türken” spreche, wie er das bei seinem Auftritt in Köln gemacht habe, wäre “Gift für das Zusammenleben”. Er schade damit den hier lebenden Bürgerinnen und Bürgern mit Wurzeln in der Türkei, warnte Glawischnig.

ALEVI-Brief an den türkischen Premier

Die Alevitische Glaubensgemeinschaft in Österreich (ALEVI) veröffentlichte am Dienstag einen offenen Brief an Erdogan. Darin heißt es unter anderem: “Wenn andere Religionen und Konfessionen für Sie vereinende Faktoren und keine trennenden Übel sind, so seien Sie willkommen. Wenn Sie bereit sind, all das was Sie für Ihre türkischen Bürger in Österreich fordern, auch Ihren türkischen Bürgern in der Türkei zu gewähren, so seien Sie willkommen.”

Zugleich forderte die ALEVI Erdogan auf, zur Integration in Österreich beizutragen “und nicht durch unbedachte Aussagen 50 Jahre Integrationsarbeit” zu zerstören.

7.169 Menschen in Schulz-Halle zugelassen

Recep Tayyip Erdogan wird am Donnerstag nun fix in der Albert-Schulz-Halle in Wien-Donaustadt sprechen. Wie Werner Kaizar, Sprecher der Wiener Magistratsdirektion, bestätigte, ist die Halle, in der normalerweise das Eishockeyteam der Vienna Capitals ihre Spiele austrägt, für 7.169 Menschen zugelassen. Darin inkludiert sind elf Plätze für Rollstuhlfahrer.

Videowall am Platz vor der Halle

Dazu kommt eine Videowall, auf der die Rede Erdogans auf einem Platz vor der Halle übertragen wird. Dieser Platz ist für 10.000 Personen, darunter 20 Rollstuhlfahrer zugelassen. Die Veranstalter müssen 14 Eingangsschleusen einrichten und einen Beitrag zur Sicherheit leisten, indem sie 100 Ordner stellen. Genehmigt ist das Event von 12.00 bis 17.00 Uhr. Um 14.00 Uhr beginnt das Programm.

Auch Auswirkungen auf Öffis

Erdogans Besuch in der Schulz-Halle wird laut Wiener Linien auch Auswirkungen auf die öffentlichen Verkehrsmittel haben. Demnach werden die Linien 22A, 26A, 27A, 93A und 94A von etwa 10.30 Uhr bis voraussichtlich 20.00 Uhr kurz- bzw. abgelenkt geführt. Die Linie 25 kann nur bis etwa 10.00 Uhr fahren.

Auf sicherheitspolizeiliche Anordnung wird bei der U-Bahn-Linie U1 die Station Kagran ab etwa 13.00 Uhr durchfahren. Die Wiener Linien empfehlen Besuchern der Veranstaltung, rechtzeitig mit der U1 anzureisen und für Hin- und Rückfahrt etwas mehr Zeit einzuplanen.

(apa/red)

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