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Grüne Hebein will "Charakter-Diskussion" über Kurz führen

Hebein ist nicht gut auf Kurz zu sprechen
Hebein ist nicht gut auf Kurz zu sprechen ©APA (Archiv)
Die Grüne Spitzenkandidatin für die Wien-Wahl im Oktober, Birgit Hebein, will eine "Charakter-Diskussion" über Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) führen.

Grund ist die Weigerung von Kurz und der ÖVP, Kinder aus dem abgebrannten Flüchtlingslager im griechischen Moria in Österreich aufzunehmen. "Ich finde dieses Verhalten eiskalt", sagte sie im Interview mit der "Presse".

"Die türkise Partei, allen voran Bundeskanzler Sebastian Kurz, ist nicht bereit, hier der Menschlichkeit Platz zu geben - obwohl Familien, Kinder auf europäischem Boden im Dreck leben. Der türkisen Partei sind offenbar Meinungsumfragen wichtiger als Menschlichkeit", sagte Hebein zur "Presse". "Und der türkisen Partei ist es offenbar wichtiger, im Wiener Wahlkampf 100 Stimmen aus dem FPÖ-Teich zu fischen, als 100 Menschenleben zu retten."

"Spürbare Kälte"

Darauf angesprochen, dass die Grüne Bundespartei die Politik der ÖVP ja mitträgt, sagte Hebein: "Es ist keine angenehme Situation für uns. Der Ball liegt bei der türkisen Partei." Ihr Eindruck sei, "dass wir eine Charakter-Diskussion führen müssen, weil Bundeskanzler Sebastian Kurz verkündet hat: Es wurden heuer bereits 3.700 Kinder aufgenommen. Abgesehen davon, dass die Zahlen nicht richtig sind: Wir kämpfen dafür, dass ein Siebenunddreißigstel davon, nämlich 100 Kinder, aufgenommen werden darf. Ich kann nur christlich-soziale ÖVP-Wähler und Funktionäre bitten, dass sie aufstehen und sagen, dass das mit der christlich-sozialen Haltung nicht mehr vereinbar ist."

Es sei "eiskalt, dass wir einen Wiener Wahlkampf führen und Meinungsumfragen wichtiger sind als Menschlichkeit. Wir finden tatsächlich, dass diese Kälte, die spürbar ist, zu einer Charakter-Diskussion führen sollte."

(APA)

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