Große Verluste für Zumtobel

Dornbirn - Die Bilanz des börsenotierten Leuchtenherstellers Zumtobel hat 2009/10 (per Ende April) eine Sonderabschreibung in Höhe von 96,7 Mio. Euro überschattet.

Das Unternehmen erlitt einen Nettoverlust von 67 Mio. Euro – im Jahr davor war noch ein Gewinn von 13,3 Mio. Euro erwirtschaftet worden. “Der größte Teil ist eine Goodwill-Abschreibung, die sich auf das Leuchtensegment insgesamt bezieht”, sprach der neue Vorstandsvorsitzende der Zumtobel AG und frühere AT&S-Chef Harald Sommerer heute, Montag, bei der Bilanzpressekonferenz von einer “buchhalterischen Bewertungskorrektur”.

Im Leuchtenbereich hatte Zumtobel im Jahr 2000 die Thorn-Fabrik im englischen Spennymoor über die Börse gekauft. In der Krise seien die Businesspläne nach unten korrigiert worden. Das Leuchtensegment sei auch im laufenden Jahr immer noch schwierig, die Bauindizes seien negativ. Doch mit Hilfe der neuen LED-Technologie will Sommerer die Umsatz- und Ertragszahlen heuer verbessern. “Wir sehen derzeit keine Abschreibungen”, so der neue Unternehmenschef.

Im Vorjahr gingen die Umsätze des Unternehmens um 4,8 Prozent auf 1,1173 Mrd. Euro zurück. Zumtobel verzeichnete einen operativen Verlust (EBIT) von 45,2 Mio. Euro ein – nach einem Gewinn vom 57,0 Mio. Euro im Jahr davor. Das bereinigte EBIT belief sich auf 51,5 (78,9) Mio. Euro, was einem Minus von 34,7 Prozent und einer EBIT-Marge von 4,6 (6,7 Prozent) entspricht. Ungünstige Währungsrelationen drückten mit 18 Mio. Euro auf das Ergebnis. “Die Währungen sind nicht für uns gelaufen.”

Trotz der Verluste will das Unternehmen – nach dem Aussetzen der Dividende für das Geschäftsjahr 2008/09 – für 2009/10 wieder 0,15 Euro je Aktie ausschütten. In Summe macht das 6,5 Mio. Euro. “Das Geld ist da. Wir haben mehr als 39 Mio. Euro Cash erwirtschaftet”, so Sommerer. Im Jahr davor betrug der Free Cash-Flow allerdings noch 57,8 Mio. Euro, war also um rund ein Drittel höher. Das Eigenkapital verringere sich im Jahresabstand von 420,9 auf 351,6 Mio. Euro, die Eigenkapitalquote von 41,3 auf 35,8 Prozent. Die Nettoverbindlichkeiten sanken von 163,5 auf 121,0 Mio. Euro.

Für das laufende Geschäftsjahr stellte Sommerer sowohl operativ als auch unter dem Strich Steigerungen in Aussicht. “Wir glauben, dass operativ eine Verbesserung möglich ist und dass wir im Nettoergebnis auch positiv sind, weil wir Abschreibungen in dieser Größenordnung nicht mehr sehen.” Auch die Umsätze sollen wieder anziehen – ob das Niveau von 2008/09 wieder erreicht werden könne, sei aber noch nicht absehbar.

Die Komponentenwerke seien sehr gut ausgelastet, in den Leuchtenwerken hat Zumtobel den Angaben zufolge “noch eindeutig ordentlichen Spielraum”. In einigen – etwa in England – sei noch eine Verdoppelung drin. Als Investitionsvolumen seien heuer 50 Mio. Euro geplant – überproportional viel davon soll in den Hoffnungsträger LED-Technologie fließen.

Die hohen negativen Sondereffekte des Vorjahres stünden vor allem in Zusammenhang mit ergebnis-, aber nicht zahlungswirksamen Firmenwertabschreibungen in Höhe von 68,3 Mio. Euro sowie sonstigen außerordentlichen Restrukturierungsaufwendungen, spricht Zumtobel von Einmaleffekten.

Sommerer löste Andreas Ludwig per 1. Mai als Vorstandsvorsitzender ab, er war bereits seit April 2006 stellvertretender Aufsichtsrat des Unternehmens gewesen. Ludwig stand fast sieben Jahre lang an der Spitze des Unternehmens. Der Mitarbeiterstand im Konzern verringerte sich seit Beginn der Krise im Herbst 2008 von 7.920 um etwa 600 auf jetzt 7.329 Arbeitnehmer. In den vergangenen Monaten zeigt die Tendenz wieder nach oben – ietwa 150 Stellen wurden innerhalb dieses Jahres geschaffen.

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