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"Graf" nahm zu Eurofighter-Beschaffung Stellung

Im Geldwäsche-Prozess gegen Alfons Mensdorff-Pouilly ist auch der Eurofighter-Beschaffungsvorgang thematisiert worden. Ursprünglich versuchte Mensdorff in dem Bieterverfahren, dem Saab-Gripen zum Zuschlag zu helfen. Auf Ersuchen von BAE Systems machte er dann aber einen Rückzieher, sodass der Eurofighter zum Zug kam. Er versicherte, keine Verhandlungen geführt und keine Aktionen gesetzt zu haben.
Mensdorff gab sich als Bauer


BAE Systems hatte über Beteiligungen beide Flieger im Angebot und offenbar errechnet, dass beim Eurofighter mehr zu verdienen war. “Im letzten Moment wurde gesagt, das Board hat anders entschieden. Es hieß, sie möchten gerne, dass ihre Beteiligung an EADS schlagend wird. Es gibt die Möglichkeit, dass dieses teure Flugzeug erstmals außerhalb der produzierenden Länder verkauft wird”, schilderte Mensdorff im Großen Schwurgerichtssaal auf Befragen von Richter Stefan Apostol diesen Vorgang.

Er habe dem Saab-Konzern, an dem BAE seit Jänner 2005 mit 20 Prozent beteiligt war, “insofern geholfen, als ich Ratschläge erteilt habe”. Mensdorff-Pouilly betonte, bei Beschaffungsvorgängen für das österreichische Bundesheer grundsätzlich nur Informationen erteilt zu haben, während er bei ähnlichen Geschäften in Tschechien und Ungarn beratend tätig geworden sei. Mit Saab habe er bis 2009 einen Beratervertrag gehabt.

Auf Vorhalt des Richters, einem Bericht von Mensdorffs eigener Firma MPA an BAE Systems zufolge habe Druck der MPA dazu geführt, dass die erste Ausschreibung für Jagdflugzeuge in Österreich für nichtig erklärt wurde, erwiderte der “Graf”: “Wenn hier (im Gerichtssaal, Anm.) irgendjemand glaubt, dass die MPA Druck ausüben kann, ist das wie wenn eine Mücke einen Elefanten erdrücken kann.”

Für sein Zurücktreten vom Gripen und das Platzmachen für den Eurofighter soll Mensdorff bei BAE Systems im Mai 2003 sogar eine Entschädigung von 156.248 US-Dollar verlangt haben, die als “Investition zum Kippen der Eurofighter-Entscheidung” tituliert wurde. Er selbst habe ein Honorar “sicher nicht” erhalten, könne “Drittzahlungen” für eine Pro-Gripen-Entscheidung aber “nicht ausschließen”, sagte Mensdorff abschließend.

Der Jet-Hersteller EADS zeigt sich indes kooperationswillig und schickt Anfang kommenden Jahres einen “Vorstandsbeaufragten” nach Wien. Das berichtete die “Wiener Zeitung” unter Berufung auf einen Sprecher des Rüstungskonzerns.

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