Gesuchter Sex-Täter als Kinder-Animateur

Die Geschäftsleitung jenes oststeirischen Thermenhotels, in dem ein gesuchter Kinderschänder aus Deutschland acht Wochen lang gearbeitet hatte, hat am Samstag per Aussendung ihr Bedauern über den Vorfall ausgedrückt. Sie seien besonders betroffen, weil sie "zu keinem Zeitpunkt von seiner Verurteilung in Deutschland gewusst" hätten. In Zukunft solle so etwas nicht mehr vorkommen.

Die H2O-Therme, die sich speziell auf Familien und Kinder spezialisiert hat, wurde 2005 in Sebersdorf in Nachbarschaft zu weiteren Thermen in Bad Waltersdorf eröffnet. Der Geschäftsführung seien bei den vom 48-jährigen Deutschen vorgelegten Berufsunterlagen und der österreichischen Sozialversicherungskarte keine Zweifel an der Redlichkeit des Mannes gekommen. Er brachte seinen Unterlagen zufolge umfangreiche fachliche Ausbildung mit und habe auch im persönlichen Auftreten kompetent gewirkt. In seiner Zeit als Animateur war er Teil eines mehrköpfigen Teams und während seiner achtwöchigen Tätigkeit im Hotel seien der Leitung nur positive Rückmeldungen von Gästen entgegengebracht worden.

Sex-Täter wartet auf Auslieferung

Der gebürtige Hamburger war im April in Deutschland wegen schweren sexuellen Missbrauchs zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Doch noch vor Haftantritt setzte sich der 48-Jährige ins Ausland ab, fuhr mehrere Monate mit seinem Wagen und Wohnwagenanhänger durch Europa und ließ sich schließlich auf einem Campingplatz in Bad Waltersdorf nieder. Im Hotel gab er als Kinder-Animateur zwar seinen richtigen Namen an, aber er machte sich um zehn Jahre jünger. Das Bundeskriminalamt forschte den Deutschen in Zusammenarbeit mit den Behörden in Kiel aus und nahm ihn am Donnerstag an seinem Arbeitsplatz fest. Der Hamburger zeigte sich bei der Verhaftung überrascht, leistete aber keinen Widerstand und wartet nun in der Justizanstalt Graz-Jakomini auf seine Auslieferung nach Deutschland.

 

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