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Geldzustellungen der Post eingestellt - Senioren müssen Pension selbst holen

Am Montag wurde die Überbringung von Bargeld wegen einer Häufung der Überfälle auf Zusteller bis auf weiteres eingestellt. Ältere Menschen müssen nun selbst zur Post, um das Geld abzuholen oder einen Stellvertreter dafür bestimmen.

Um rasch mögliche Lösungen für Pensionsbezieher, deren Mobilität eingeschränkt ist, zu erarbeiten, ruft die Post heute Nachmittag zu einem Sicherheitsgipfel. Ziel ist es, schnelle und kundenorientierte Lösungen im Hinblick auf die nächste Pensionsauszahlung am 1. September zu präsentieren. Als erste Maßnahme hat die Post per sofort eine eigene Hotline für Pensionsbezieher eingerichtet. Unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 / 20 19 18 steht Post-Ombudsmann Peter Zich Montag bis Freitag in der Zeit von 8.00 bis 18:00 Uhr direkt für Fragen rund um die zukünftige Zustellung von Pensionsgeldern bereit.

Durch die Häufung der Überfälle stellte die Österreichische Post am Montag bis auf Weiteres die Geldzustellung in Wien ein. Anstelle der Geldbeträge erhalten die Empfänger eine Benachrichtigung mit dieser der entsprechende Betrag bei einer Postfiliale abgeholt werden kann.

Ein Vollmacht zur Abholung durch Verwandte oder Bekannte kann bei einem einmaligen Filialbesuch erstellt werden, bei sehr gebrechlichen Personen könnten durchaus auch andere Möglichkeiten gefunden werden, sagte Post-AG-Sprecher Siegfried Grobmann auf APA-Anfrage. “Die Kunden bekommen von uns die Benachrichtigung zugestellt, sobald die Pension in der Filiale hinterlegt wurde, dann kann das Geld abgeholt werden”, erklärte dieser die neue Vorgangsweise.

Bei der soll es allerdings nicht bleiben: Noch in dieser Woche würden Beratungen starten, um Lösungen für eine sichere Geldüberbringung zu besprechen, so Grobmann. “Wir gehen schon davon aus, dass es eine Form der Zustellung geben wird.” Wie lange es dauern wird, bis eine geeignete Form gefunden ist, steht allerdings noch nicht fest.

Laut Polizei häuften sich Postler-Überfälle zuletzt und wurden brutaler. Zusteller seien durch ihre Uniform und die hohe Bargeldmenge gefährdeter als private Einzelpersonen, erklärte Polizeisprecherin Karin Strycek. Die Erkennbarkeit als potenzieller Geldbote durch die Berufskleidung und die Möglichkeit, dass Pensionen von mehreren Personen in einer Tasche stecken könnten, seien ein höherer Anreiz. Anders sehe dies bei einem Mann oder einer Frau aus, die in Alltagskleidung eine Post-Filiale aufsucht – dort Geld abholt oder auch nur einen Brief aufgeben könnte.

Um sich vor Überfällen zu schützen, sollte man bei Geldbehebungen einige Tipps berücksichtigen: Nach Möglichkeit, den Betrag in einem separaten Raum auszahlen lassen und darauf achten, dass der Sicherheitsabstand in der Warteschlange eingehalten wird. “Wenn möglich, sollten sich Pensionisten nicht alleine zur Post begeben, sondern in Begleitung von Verwandten oder Bekannten”, betonte Strycek. Hilfs-Angebote von Fremden beim Überqueren der Straße oder Tragen der Tasche ablehnen und stark frequentierte Wege nützen – das schreckt Kriminelle ab. Bei der Haustüre sollte man den Schlüssel bereits parat haben und nicht erst in der Tasche kramen. Auch auf Ablenkungsmanöver muss man aufpassen, auf Fragen nach dem Weg sollte man daher besser nicht eingehen.

Zehnmal wurden Zusteller laut Post AG heuer bereits Opfer von Kriminellen, genauso viel Übergriffe habe es im gesamten Vorjahr gegeben. In den vergangenen sechs Wochen habe es fünf Überfälle gegeben, meinte dazu Oberstleutnant Michael Mimra von der Kriminaldirektion 1. Das sei eine auffällige Konzentration, jedoch noch keine Häufung im Jahresschnitt. Für eine Beurteilung müsse man die Lage noch etwas beobachten. Zugenommen hätten die körperlichen Attacken, so der Kriminalist. “Der Überfall-Modus ist sicher brutaler geworden.”

Heftig kritisiert wurde die Aussetzung der Geldzustellung vom Seniorenbund und dem Pensionistenverband. Für viele sei dies unzumutbar, hieß es am Dienstag in Aussendungen. Der Beschluss der Post AG wurde dabei auch zum Politikum: Die Post müsse ihr Service einstellen, weil Maria Fekter (V) die Kriminalität nicht in den Griff bekomme, schimpfte SPÖ-Sicherheitssprecher Rudolf Parnigoni in einer Aussendung. Die FPÖ ortete “massiven Handlungsbedarf”, das BZÖ einen “weiteren Beweis für das Versagen der Regierung”. Der österreichische Seniorenverbund sah wiederum SPÖ-Obmann Werner Faymann gefordert. Die ÖVP forderte die Post auf, eine Lösung zu finden, die Sicherheit für die Postler und Zustellungen ermögliche.

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