Gedenkjahr: Besinnung auf „dunkle Seiten“

Anlässlich des 40. Todestages des ehemaligen KZ-Häftlings Ernst Kirchweger forderten die Grünen auch eine Besinnung auf die „dunklen Seiten“ der österreichischen Geschichte.

Kirchweger war am 31. März 1965 bei einer Demonstration gegen den damaligen Universitätsprofessor Taras Borodajkewycz von einem rechtsradikalen Gegendemonstranten erschlagen worden. Karl Öllinger, stv. Klubobmann der Grünen, legte am Donnerstag einen Kranz am Ort der Attacke, direkt gegenüber dem Hotel Sacher, nieder. Auch die KPÖ gedenkt dem gewaltsamen Tod ihres Parteimitglieds.

Borodajkewycz Auslöser der Tumulte

„Gerade im Gedenkjahr, in dem die Republik sich selbst feiert, soll nicht nur der Erfolgsgeschichte, sondern auch der dunklen Seiten ihrer Vergangenheit gedacht werden“, verlangte der Grüne Abgeordnete. Taras Borodajkewycz, Professor an der Hochschule für Welthandel, war durch antisemitische Äußerungen aufgefallen und sein Bekenntnis zu seiner nationalsozialistischen Vergangenheit hatte heftige Kontroversen ausgelöst.

Für Öllinger zeigt sich an dem Fall exemplarisch die Kontinuität nationalsozialistischen Gedankenguts in der Zweiten Republik. „Besonders tragisch, aber wohl auch bezeichnend ist, dass ausgerechnet ein ehemaliger KZ-Häftling, der gegen diese Tendenzen demonstrierte, dafür sein Leben lassen musste“, bedauerte der Abgeordnete bei der Kranzniederlegung.

„Ernst-Kirchweger-Gedenkveranstaltung“

„Ernst Kirchweger war das erste Opfer neonazistischer Gewalt in der 2. Republik“, stellte der KPÖ-Vorsitzende Walter Baier in einer Aussendung am Donnerstag fest. Die KPÖ lädt aus gegebenen Anlass zu einer „Ernst-Kirchweger-Gedenkveranstaltung“ am 11. April ein, wo auch der ehemalige Finanzminister Ferdinand Lacina (S) sprechen soll.

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