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Gebühren für Büchereien der Stadt Wien überdurchschnittlich teuer

Ein österreichweiter Vergleich zeigt: Die Stadtbibliothek Wien ist überdurchschnittlich teuer.
Ein österreichweiter Vergleich zeigt: Die Stadtbibliothek Wien ist überdurchschnittlich teuer. ©Canva (Sujet)
Die Gebühren für öffentliche Bibliotheken variieren in den österreichischen Städten deutlich, wobei in Wien überdurchschnittlich hohe Kosten anfallen.

Die Bildungsexperten von Preply haben einen Gebührenvergleich der öffentlichen Bibliotheken veröffentlicht. Grundlage bildet eine umfassende Auswertung der zumeist jährlich zu entrichtenden Nutzungsgebühren in den städtischen Bibliotheken in 21 großen Städten Österreichs (Stand: Februar 2024).

Öffentliche Bibliotheken leisten einen wichtigen Beitrag für die Bildungsförderung, kulturelle Entwicklung und den sozialen Zusammenhalt. Viele Städte und Gemeinden fördern den Betrieb der kommunalen Büchereien daher aus ihrem Haushalt. So soll sichergestellt werden, dass alle Bürger gleichermaßen Zugang zum sinnvollen Engagement der Bibliotheken erhalten.

Hohe Gebühren für Bibliotheken schaffen Zugangsbarrieren 

Trotzdem ist eine Mitgliedschaft in einer öffentlichen Bibliothek in den meisten Fällen mit einem Jahresentgelt verbunden. Dieses kann sehr unterschiedlich hoch ausfallen, wie ein Gebührenvergleich der städtischen Bibliotheken zeigt. Im Zentrum der Studie standen das Jahresentgelt im Regeltarif, im Tarif für Empfänger von Mindestsicherheit (Ermäßigt) sowie der Tarif für Kinder.

Die Studie soll die möglichen Auswirkungen der Gebühren auf den Zugang zur Bildung und die Gleichheit der Menschen untersuchen. Die Ergebnisse können dazu beitragen, das Verständnis für den Stellenwert von öffentlichen Bibliotheken in unserer Gesellschaft zu vertiefen und auf Probleme im Zusammenhang mit dem Zugang zu Wissen und Informationen hinweisen.

Stadtbibliothek Wels mehr als doppelt so teuer wie der Österreichschnitt

Mit einem Jahresentgelt von 45,40 Euro im Regeltarif ist keine andere Stadt für Bibliotheksnutzer so kostspielig wie Wels in Oberösterreich. Die bundesdurchschnittliche reguläre Gebühr im Jahr an öffentlichen Bibliotheken in Österreich beträgt 18,90 Euro. Die Bibliotheksnutzer in Wels zahlen demnach mehr als doppelt so viel für den freien Zugang zu Informationen wie der Durchschnitt des Landes. Besonders bitter: Die Stadtbücherei Wels verfügt über keinen Ermäßigungstarif für Bezieher von Sozialleistungen. Das heißt, auch sie müssen den teuren Regeltarif nutzen, wenn sie die Bibliothek nutzen wollen.

Stadtbibliothek Wien ist überdurchschnittlich teuer

Teurer als im Landesschnitt ist der Bibliotheksausweis im Regeltarif auch in Baden (39 Euro), Leonding (36 Euro), St. Pölten (30 Euro), Wien (33,90 Euro), Dornbirn (29 Euro), Innsbruck (26,18 Euro), Bregenz (25 Euro) und Krems (24 Euro).

Viele öffentliche Bibliotheken verfügen über soziale, ermäßigte Tarife für Empfänger von Mindestsicherung und andere soziale Unterstützung. In St. Pölten, wo die reguläre Jahresgebühr 30 Euro beträgt, zahlen Bedürftige beispielsweise nur 15 Euro und in Wien sogar nur 10,20 Euro, obwohl der Bibliotheksausweis im Jahr eigentlich 33,90 kostet.

Zu den preisgünstigen und sozialen Stadtbibliotheken gehören auch die Einrichtungen in Klagenfurt und Villach. Anders als gewohnt entrichten Bibliotheksmitglieder hier eine einmalige und lebenslang gültige Gebühr in Höhe von zehn Euro. Eine Jahresgebühr gibt es in diesen Stadtbüchereien nicht.

Unterdurchschnittliche günstig ist die Bibliotheksmitgliedsschaft auch in Traun (18 Euro), Graz (15 Euro), Linz (15 Euro) und Feldkirch (12 Euro).

Wiener Neustadt und Eisenstadt mit kostenlosem Bibliotheksservice für alle

Zwei Städte fielen in der Untersuchung auf, weil sie ihren Bürgern bei Anmeldung ein kostenloses Leihangebot machen. In Wiener Neustadt und in Eisenstadt im Burgenland können Bibliotheksmitglieder alle Medien im Bestand kostenlos ausleihen.

Kinder erhalten in der Regel in fast ganz Österreich einen kostenlosen Bibliotheksausweis und sind von der Jahresgebühr ausgenommen. Die Städte und Büchereien reagieren damit auf ihren besonderen Lernbedarf. Eine Ausnahme bilden die öffentlichen Büchereien in den Städten Steyr, Baden, Leonding, Krems, Dornbirn, Bregenz und Klosterneuburg. Sie sind die einzigen untersuchten städtischen Bibliotheken in Österreich, die für einen Kinder-Büchereiausweis eine Jahresgebühr verlangen.

Eltern zahlen im Jahr zwischen fünf und 24 Euro pro Kind, damit sie die Bibliothek nutzen können. Am höchsten ist die Gebühr für Schüler demnach in der Stadtbibliothek Baden in Niederösterreich (24 Euro). In Steyr kostet die Mitgliedschaft für Kinder 23,50 Euro, in Leonding 20 Euro und in Krems zwölf Euro. Weniger als zehn Euro kostet der Bibliotheksausweis für Kinder in Dornbirn (9 Euro), Bregenz (7 Euro) und Klosterneuburg (5 Euro).

(Red)

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