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Gaza-Waffenruhe scheint zu halten

Die von Ägypten vermittelte Waffenruhe zwischen Israel und radikalen Palästinensergruppen scheint zu halten. Nach viertägigem Dauerbeschuss mit Raketen schlugen bis Dienstagmorgen nur noch vereinzelt Geschoße in Südisrael ein. Größere Städte wurden nicht mehr angegriffen. Auch Israel flog erstmals seit Tagen keine Luftangriffe auf den Gazastreifen.


Die israelische Regierung und die islamistischen Gruppen Islamischer Jihad und Palästinensischer Volkswiderstand hatten sich unter ägyptischer Vermittlung auf ein Ende der Feindseligkeiten verständigt. Bei rund 40 gezielten israelischen Luftangriffen im Gazastreifen wurden davor seit Freitag nach palästinensischen Angaben insgesamt 25 Menschen getötet und mehr als 70 weitere verletzt. Auf Israel wurden nach Angaben der Armee etwa 200 Raketen und Mörsergranaten abgeschossen. Davon seien 56, die auf städtische Zentren zielten, von dem Raketenabwehrsystem “Eisenkuppel” abgefangen werden.

Es handelte sich um die schlimmste Eskalation der Gewalt seit der israelischen Großoffensive vom Winter 2008/09. Bei der dreiwöchigen Offensive mit der Bezeichnung “Gegossenes Blei” waren mehr als 1400 Palästinenser getötet und über 5000 weitere verletzt worden.

Auslöser der Gewaltwelle war die “gezielte Tötung” eines Anführers einer radikalen Palästinensergruppe im Gazastreifen durch die israelische Armee. Er war nach offiziellen Angaben verantwortlich für die Verschleppung des israelischen Soldaten Gilad Shalit, der mehr als fünf Jahre als Geisel gehalten wurde, bevor er im vergangenen Oktober gegen rund 1000 palästinensische Häftlinge ausgetauscht wurde. Nach Angaben von Israels Premier Benjamin Netanyahu war der Getötete zudem dabei, einen weiteren Anschlag an der israelischen Grenze zum ägyptischen Sinai zu planen.

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